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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
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so daß zwischen beiden, zwischen Schönheit und Geist, keinGegensatz und fast kein Unterschied mehr bestand. Wir sagten,die Aufhebung ihrer natürlichen Spannung habe göttlichanmuten müssen. Das ist wohl zu verstehen. Nicht ins Gött-liche hob sie sich auf denn Joseph war ein Mensch, dazuein recht fchlbarer, und zu gesunden Verstandes, um das nichtjederzeit im Grunde wohl zu wissen; aber sie hob sich imGöttlichen auf; nämlich im Monde.

Wir waren Zeugen einer Szene, sehr kennzeichnend für diekörperlich-geistigen Beziehungen, die Joseph zu diesem zauber-haften Gestirne pflegte hinter dem Rücken seines Vaters,wie sich versteht, welcher, hinzukommend, nichts Eiligeres zutun gehabt hatte, als die Entblößung zu rügen, mit der seinEin und alles der nackten Schönheit dort oben liebäugelnd be-gegnet war. Mit dem Wesen des Mondes aber verband sichdem Jungen mehr als nur der Gedanke des Schönheitszaubers:auch und ebenso enge verband sich ihm damit die Idee derWeisheit und des Schrifttums, denn der Mond war dasHimmelsbild Thots, des weißen Pavians und Erfinders derZeichen, des Sprechers und Schreibers der Götter, Aufzeich-ners ihrer Worte und Schutzherrn derer, die schrieben. Schön-heits- und Zeichenzauber aus einmal und als Einheit also wares gewesen, was ihn damals berauscht und seinem einsamenKult das Gepräge gegeben hatte, einem etwas abwegigen,wirren und zur Ausartung geneigten Kult, wohl geeignet, denDaker zu beunruhigen, aber ebendarum leicht ins Trunkenehinüberspielend, weil die Gefühle des Körperlichen undGeistigen auf eine entzückende Art darin durcheinandergerieten.

Ohne Zweifel hegt und besitzt jeder Mensch, mehr oderweniger bewußt, eine Vorstellung, einen Lieblingsgedanken,