Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
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nicht weil er so lange außer Landes gelebt hatte, sondernvon Hause aus, nach Erbe und Stand, als Sohn seiner Väter,die ebenfalls Gerini gewesen waren. Seine Würde war nichtdie eines haussässigen Bürgers von städtischem Herren-geschlecht; Weisheit und Reichtum, sie beide zusammen, unddas Gepräge, das sie seiner Person und Haltung verliehen,waren ihre Quelle, nicht seine Lebensform, die halb lockerund, wenn auch gesetzlich, so doch, wie man sagen möchte,von einer geordneten Zweideutigkeit war. Er wohnte inZelten vor Hebrons Mauerbereich, wie er ehedem vorSichems Toren gewohnt, und mochte sich aufheben einesTages, um wieder andere Brunnen und Weiden zu suchen.War er also ein Bedu und Kainssprosse mit dem Zeichender Unstetheit und der Räuberei an der Stirn, ein Greuelund Schrecken Städtern und Bauern? Das ganz und garnicht. In der Todfeindschaft gegen Amalek unterschied seinGott sich nicht von den Landesbaalen, er, Jaakob, hatte esmehrfach bewiesen, indem er sein Hofvolk bewaffnet hatte,damit es, zusammen mit den Städtern und rindviehhaltendenBauern, das kamelzüchtende, mit Stammeszeichen bemalteGelichter der südlichen Wüste zurückschlage, das anschwärmte,um zu plündern. Doch war er auch wieder kein Bauer mitBewußtsein und ausdrücklich nicht; es hätte seinem religiösenSelbstgefühl widersprochen, das nicht mit dem von der Sonnegeröteter Schollenbesteller übereinstimmte. Und außerdemhatte er als Ger und geduldeter Schutzbürger kein Rechtauf Landbesitz, feine Wohnstätten ausgenommen. Er hatteein wenig Ackerland in Pacht, bald dies, bald jenes Stück,ein ebengebreitetes oder ein abschüssig felsiges, mit frucht-barer Erde zwischen dem Gestein, die Weizen und Gerste