Druckschrift 
Frau Käthchen's Klienten : Lustspiel in einem Aufzuge
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

17

Frau Grotemeier (mit einem Seufzer). Ja, aber esscheint das trotzdem ein recht glückliches Paar zu sein.

Grotemeier (ebenso). Jawohl. (Plötzlich heftig werdend)aber die Klienten wie Gefangene einzuschließen, das brauchtman sich nicht gefallen zu lassen. Wart, im Augenblickwirst Du hinaus können. (Er bemüht sich die Thüre ge-waltsam zu öffnen.) Es geht nicht.

Frau Grotemeier. Vielleicht geht es, wenn ichDir helfe.

Grotemeier. Ja, mit vereinten Kräften ginge es amEnde. (Sie bemühen sich beide die Thüre aufzureißen.)

Frau Grotemeier. Es geht auch so nicht.

Grotemeier. Vielleicht wenn Du Dich auf einenStuhl stelltest, und oben an dem Thürflügel zögest,ich will dann hier unten ziehen.

Frau Grotemeier. So wär's wohl möglich. (Sie .

will einen Stuhl nehmen.)

Grotemeier. Bitte, bitte. (Er nimmt einen Stuhlund setzt ihn an die Thür. Frau Grotemeier steigt auf denStuhl.) Stehst Du aber auch fest?

Frau Grotemeier. Gewiß, aber klemm Dir daunten nur nicht die Finger. (Sie ziehen gemeinschaftlich ander Thüre aber vergebens, Frau Grotemeier rutscht aus undfällt, einen Schrei ausstoßend, vom Stuhle, Grotemeier fängtsie in seinen Armen auf.)

Grotemeier. Du hast Dich doch nicht verletzt?

Frau Grotemeier. Nicht im Geringsten.

Grotemeier. Warte, laß mich lieber auf dem Stuhlestehen und ziehe Du hier unten.-

Frau Grotemeier. Aber nimm Dich in Acht.(Grotemeier steigt aus den Stuhl, sie ziehen wieder.)

Grotemeier. Ah! das Schloß fängt schon an nach-zugeben. Jetzt ruh' Dich ein wenig aus. Gleich wird'smit vereinten Kräften schon gehen.

Frau Grotemeier (seufzend). Mit vereinten Kräften!Weißt Du noch, wie ich vor zwölf Jahren, kurz nachunserer Heirath, einmal auf einen Stuhl stieg, um eineSchachtel vom Schrank zu nehmen, und wie mir dabeiein Topf mit Eingemachtem auf den Kopf fiel?

2