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Grotemeier. Ja, Du hattest Dir damals sehr wehegethan.
Frau Grotemeier. Und Du hast mir da die ganzeNacht kalte Umschläge auf den Kopf gemacht.
Grotcmeier. Ist das schon zwölf Jahre her? Wiedoch die Zeit vergeht. —
Frau Grotemcicr. Sollen wir jetzt noch einmalversuchen? (Sic ziehen wieder, die Thür geht auf.)
Grotemeier und Frau Grotemeier (zugleich). Endlich!
Grotemcicr. Ja, so mit vereinten Kräften läßt sichdoch viel leisten.
Frau Grotemeier. Ach ja, — Nun, so will ichdenn zu nnserm alten Advocaten gehen. Aber ich bitteDich, zürne diesen jungen Leuten nicht, weil Frau Jung-heerd uns hier eingeschlossen hat. Es scheint, sie wollen- sich mit vereinten Kräften durch's Leben helfen. Da laßdenn den Advocaten etwas an Dir verdienen.
Grotemeier. Ja, es scheint das ein sehr glücklichesPaar zu sein.
Frau Grotcmeier. O ja, sehr glücklich! (Rach einerPause) Adieu Konrad.
Grotemeier. Hildegard — sollen wir denn wirklichso von einander gehen? Haben wir doch gesehen, daßwir niit vereinten Kräften so stark sind.
Frau Grotemeier. Meinst Du, Konrad?
Grotcmeier. Die junge Frau hat mir, ohne es zuwollen, den Kopf gewaschen, indem sie mich in meinenScheidungsgelüsten zu bestärken dachte. Sie sagte mir:„Wenn ein Mann alle Opfer bringt, die eine liebende,nachsichtige Seele bringen kann, und er sieht, daß dochall diese Aufopferung vergebens ist — dann hat er nichtUnrecht sich von seiner Frau zu trennen. Nun Hildegard,ich habe diese Opfer nicht gebracht, ich bekenne es offen.
Frau Grotcmeier. Und weißt Du, was mir diejunge Frau gesagt hat? Sie sagte mir: „ich könne un-möglich Schuld an dem ehelichen Unglück haben, denn ichsähe so vornehm aus, und die echte Vornehmheit sei jaimmer mit Güte und Nachsicht gepaart." Konrad, meineVornehmheit ist gewiß nicht die echte gewesen.