Druckschrift 
Frau Käthchen's Klienten : Lustspiel in einem Aufzuge
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

Für sich) Robert hat mit Willibald sicher seinen gewohntenWeg durch den Park gemacht. Da müssen sie jetzt etwain der Ulmenallee sein. In zehn Minuten könnte ich ihnhergeholt haben. Aber, o weh, eine einzige Minutegenügte meinem goldnen Doppelfang, das Weite zu suchen.Das darf nicht sein, um keinen Preis! Halt, hier ist derBureanschlüssel. (Sie zieht einen Schlüssel aus der Tasche.)Auf zehn Minuten müssen die Beiden meine Gefangenensein. O, erste Advocatenpraxis! Ich bin heute bereitsdeinetwegen zweimal zur Lügnerin geworden, jetztwerde ich durch Dich auch zur Kerkermeisterin! (Käthchenab. Man hört die Thüre zuschlicßcn.)

Sechster Auftritt.

Die Vorigen, ohne Käthchen.

Frau Grotemeier (für sich). Die echte Vornehmheitist ja immer mit Güte und Nachsicht gepaart. Die jungeFrau hat wohl recht, aber Alles hat seine Grenzen.

Grotemeier (erwachend, für sich). Keine Ruhe zufinden! Mir träumte, sie verfolgte mich bis hierhin, ummir eine eheliche Scene zu machen.

Frau Grotemeier. Sprach da nicht Jemand. (Siesieht sich um, auffahrend) Was Du hier?

Grotemeier (aufspringend). Meine Frau! Wer giebtDir ein Recht, all meinen Schritten und Tritten nachzu-spüren ?

Frau Grotemeier. Deine Schritte und Tritte scheuenwohl das Licht?

Grotemeier. Und das Spioniren ist wohl Gebrauchbei Leuten, die sich vornehmer dünken, als Andere?

Frau Grotemeier. Die Gebräuche der feinen Weltsind Dir ja immer gleichgüliig gewesen, drum brich' Dirauch jetzt nicht den Kopf über dieselben. Haha, ichspioniren!

Grotemeier. Ja, Hildegard, was Du die Gebräucheder feinen Welt nennst, das ist mir gleichgültig. Ich