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Frau Käthchen's Klienten : Lustspiel in einem Aufzuge
Entstehung
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gehe meinen Weg gerade aus, thue Recht und scheueNiemanden. Das ist mein ganzer Katechismus.

Frau Grotemeier. Gehst Deinen Weg gerade aus,thust Recht und scheuest Niemanden? Was führt Dichdenn so heimlich in diese Advocatenstube?

Grotemeier. Heimlich, heimlich? ich habe hierGeschäfte!

Frau Grotemeier. Geschäfte, von denen ich Nichts weiß.

Grotemeier. Bist Du doch sonst immer zu vornehm,Dich um Geschäfte zu bekümmern, denkst, das sei dieSache von uns Plebejern.

Frau Grotemeier. Die Geldgeschäfte, die EuereSeele ausfüllen, wie einen feuerfesten Schrank, ja,aber der Advocat Jungheerd macht keine Geldgeschäfte.Was hast Du hinter meinem Rücken hier beim AdvocatenJungheerd zu thun?

Grotemeier. Darüber bin ich Dir keine Rechenschaftschuldig.

Frau Grotemeier. Meinst Du, ich wüßte nicht, daßder Advocat Jungheerd eine Specialität hat? Konrad,was hast Du hier zu thun?

Grotemeier. Ei, sieh' doch! Wenn Du den Ver-dacht, meine Schritte auszuspioniren so stolz von Dirablehnst, was führt Dich denn hier zu dem, nunnennen wir das Ding beim rechten Namen zu demEhescheidungsadvocaten?

Frau Grotemeier (nach einer Pause). Ich will esDir sagen:ich bin es müde, an einen Mann gefesseltzu sein, der mich und die Welt, der ich angehöre, nichtzu-schätzen weiß.

Grotemeier. Und ich bin es müde, an eine Fraugefesselt zu sein, die mit meinem Reichthum ganz gern derWelt imponiren will, aber den Schweiß und die Arbeitverachtet, mit der er erworben, und die bei jeder Gelegen-heit einen Dragonermajor aufmarschiren läßt, von demsie mütterlicherseits abstammt, um ihren Mann in dasNichts seines Plebejerthums zurück zu schleudern.

Frau Grotemeier. Ha, ich sollte der Welt mitDeinem Reichthum imponiren wollen? Ich hasse dieses