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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
Seite
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Auf den Stufen der Zifierne, inmitten des Ortes, fieß er fichniederfiniten und lehnte den Kopf an das fieinerne Rund. EswarfidT, Gras wuchs zwifchen dem Pflafter. Aßfäde lagen um*her. Unter den verwitterten, unregelmäßig hohen Häufern inder Runde erfchien eines pahafiartig, mit Spitzenhogenfenfiern,hinter denen die Leere wohnte, und hieinen Löwenhaihonen. ImErdgefchoß eines anderen befand fleh eine Apothehe. WarmeWindfiöße brachten zuweilen Karholgeruch.

Er faß dort, der Meifier, der würdig gewordene Künfifer,der Autor desElenden, der in fo vorbildlich reiner Torrn demZigeuner tum und der trüben Tiefe ahgefagt, dem Abgründe dieSympathie gehündigt und das Verworfene verworfen hatte, derHochgefiiegene, der, Überwinder feines Wijfens und aller Ironieentwachfen, in die Verhindlichheiten des Maffenzutrauens fichgewöhnt hatte, er, deffen Ruhm amtlich, deffen Marne geadeltwar und an deffen Styl die Knaben fich zu bilden angehaltenwurden, - er faß dort, feine Lider waren gefchloffen, nur zu*weilen glitt, rafch fich wieder verbergend, ein fpöttifcher und he*tretener Blichfeit lieh darunter hervor, und feine fch(affen Lippen,hosmetifih aufgehöht, bildeten einzelne Worte aus von dem,was fein halb fchhummerndes Hirn an feftfamer Traumhogihhervorhrachte.

Denn die Schönheit, Phaidros, merhe das wohl! nur dieSchönheit göttlich und fichthar zugleich, und fo fie denna(fo des Sinnlichen Weg, ifi, hleiner Phaidros, der Weg desKünßfers zum Geiße. Glauhfi du nun aber, mein Lieber, daßderjenige jemals Weisheit und wahre Manneswürde gewinnenhönne, für den der Weg zum Gefiigen durch die Sinne führt?Oder glauhfi du vielmehr ('ich fie de dir die Entfcheidung frei),daß dies ein gefähr!ich*fieh(icher Weg fei, wahrhaft ein Irr* und