Druckschrift 
Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

ßeit zu nutzen uncf mit cfem, der ißm unwißentficß fo vief Er-ßeßung und Bewegung Bereitet, feicßte, ßeitere Beßanntfcßafi zumacßen, ißn anzureden, ficß feiner Antwort, feines Bfidtes zuerfreuen, fag naße unddrängte ficß auf Der Scßöne ging fcßfen-dernd, er war einzußofen, und Afcßenßacß ßefcßfeunigte feineScßritte. Er erreicßt ißn auf dem Bretterfieig ßinter den Hütten,er wid ißm die Hand aufs Haupt, auf die Scßufter fegen undirgend ein Wort, eine freundficße franzößfcße Pßrafe fcßweßtißm auf den Lippen; da füßft er, daßfein Herz, vieffeicßt aucßvom ßßneffen Gang, wie ein Hammer ßcßfägt, daß er, fo ßnappBei Atem, nur gepreßt und ßeßend wird fprecßen ßönnen; erzögert, er fucßtßcß zu ßeßerrfcßen, er fürcßtet pfötzficß, fcßon zufange dicßt ßinter dem Scßönen zu geßen, fürcßtet fein Aufmerß-famwerden, fein fragendes Umfcßauen, nimmt nocß einen An-fauf, verfagt, verzicßtet undgeßt gejenßten Hauptes vorüßer.

Zu fpäti dacßte er in diefem Augenßficß. Zu fpät! fedocßwar es zu fpät ? Diefer Scßritt, den zu tun er verfäumte, er ßättefeßr mögficßerweife zum Guten, Leicßten und Troßen, zu ßeif-famer Ernücßterung gefüßrt, AITein es war woßf an dem, daßderAJternde die Ernücßterung nicßt woffte, daß der Raufcß ißmzu teuer war. Wer enträtfeft Wefen und Gepräge des Künftfer-tums! Wer ßegreifi die tiefe Infiinßtverfcßmefzung von Zucßtund Zügeffofigfeit, worin es Berußt! Denn ßeifame Ernücß-terung nicßt woffen zu ßönnen, ift Zügeffoßgßeit. Afcßenßacßwar zur Sefßftßritiß nicßt meßr aufgefegt; der Gefcßmacß, diegeiftige Verfaffung feiner Jaßre, Sefßfitacßtung, Reife undfpäteEinfacßßeit macßten ißn nicßt geneigt, Beweggründe zu zergfie-dem und zu entfcßeiden, er aus Gewiffen, aus Lieder(icßßeit und Scßwäcße fein Vorßaßen nicßt ausgefüßrt ßaße. Erwar verwirrt, er fürcßtete, daß irgendjemand, wenn audß der

60