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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
469
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und Choralmusik vom Turme des Rathauses begrüßtesein Erwachen. Mit allen Zügen, zu Fuß und zu Wagenströmte das Landvolk herein, dieser blonde und gedrungene,gesunde und rückständige Schlag mit blauen, grübelndenAugen und breiten, ein wenig zu hoch sitzenden Wangen-knochen, mit der schmucken Landestracht angetan, dieMänner in roten Jacken und Stulpenstiefeln und schwar-zen, breitkrämpigen Sammethüten, die Frauen in bunt-gestickten Miedern und dicken, fußfreien Röcken und derschwarzen Riesenschleife als Kopfputz, und drängtensich mit der städtischen Bevölkerung in der Straßenzeilezwischen dem Queller,garten und dem Alten Schloß, diemit Girlanden und bekränzten Tribünen und weiß be-malten Holzobelisken voll Pflanzenschmuck in eine Einzugs-straße verwandelt worden war. Von früh an wurden dieBanner der gewerblichen Verbände, der Schützengildenund Sportvereine durch die Straßen getragen. DieFeuerwehr, in blitzenden Helmen, war auf den Beinen.Man sah die Chargierten der Studentenkorps in allerPracht und mit ihren Fahnen in offenen Landauern umher-fahren. Man sah Gruppen von weißen Ehrenjungfrauen,die Rosenstäbe in den Händen hielten. Die Bureaus undWerkstätten feierten. Die Schulen waren geschloffen. Inden Kirchen ward Festgottesdienst gehalten. Und dieMorgenausgaben desEilboten" sowohl wie desStaats-anzeigers" enthielten nebst innigen Leitartikeln die Ver-kündigung einer umfassenden Amnestie, laut welchervielen zu Freiheitsstrafen verdammten Personen durchvollständigen oder teilweise« Straferlaß vom GroßherzogGnade erwiesen wurde. Sogar der Mörder Gudehus, der