Der Schuster Hinnerkees Großherzogs zweiter Sohn trat öffentlich znm
ersten Male hervor, als er gerauft wurde. DieseFeierlichkeit erregte im Lande die ganze Teilnahme, dieman allen Geschehnissen innerhalb der hohen Familie ent-gegenzubringen pflegte. Sie fand statt, nachdem manmehrere Wochen lang über die Art ihrer Anordnung hinund her gesprochen lind gelesen hatte, ward abgehaltenin der Hofkirche durch den OberkirchenratSpräsidentenv. WislizenuS, mit aller Umständlichkeit und öffentlichinsofern, als das Oberhosmarschallamt Einladungen dazuauf höchsten Befehl in alle Gesellschaftsklassen harte er-gehen lassen.
Herr von Bühl zu Bühl, ein höfischer Ritualist vonhöchster Umsicht und Akribie, überwachte in großer Uni-form und mir Hilfe von zwei Zeremonienmeistern dmganzen verwickelten Vorgang: die Versammlung der fürst-lichen Gäste in den Schönen Zimmern, den feierlichenZug, in welchem sie sich, geführt von Pagen und Kämmer-herren, über die Treppe Heinrichs des Üppigen und durcheinen gedeckten Gang in die Kirche begaben, den Zutrittdes Publikums bis zu demjenigen der höchsten Herr-schaften, die Verteilung der Plätze, die Wahrung alleräußeren Gebräuche während der religiösen Handlungselbst, die Reihenfolge und Rangordnung bei der Gracu-lacion, die sich unmittelbar an den vollendeten Gottes-dienst schloß ... Er atmete abgerissen, schwänzelte, hobseinen Stab, lächelte leidenschaftlich und verbeugte sich,indem er rückwärcs ging.
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