Vorspiel
<Ls ist auf der Albrechtsstraße, jener Verkehrsader derResidenz, die den Albrechtsplatz und das AlteSchloß mit der Kaserne der Garde-Füsiliere verbindet,— um Mittag, wochentags, zu einer gleichgültigen Jahres-zeit. Das Wetter ist mäßig gut, indifferent. Es regnetnicht, aber der Himmel ist auch nicht klar; er ist gleich-mäßig weißgrau, gewöhnlich, unfestlich, und die Straßeliegt in einer stumpfen und nüchternen Beleuchtung, diealles Geheimnisvolle, jede Absonderlichkeit der Stim-mung ausschließt. Es herrscht ein Verkehr von mittlererRegsamkeit, ohne viel Lärm und Gedränge, entsprechenddem nicht sehr geschäftigen Charakter der Stadt. Tram-bahnwagen gleiten dahin, ein paar Droschken rollen vor-bei, auf den Bürgersteigen bewegt sich Einwohnerschaft,farbloses Volk, Passanten, Publikum, Leute. — ZweiOffiziere, die Hände in den Schrägtaschen ihrer grauenPaletots, kommen einander entgegen: ein General undein Leutnant. Der General nähert sich von der Schloß-,der Leutnant von der Kasernenseite her. Der Leutnantist blutjung, ein Milchbart, ein halbes Kind. Er hatschmale Schultern, dunkles Haar und so breite Wangen-knochen, wie viele Leute hierzulande sie haben, blaue, einwenig müde blickende Augen und ein Knabengesicht vonfreundlich verschlossenem Ausdruck. Der General istschlohweiß, hoch und breit gepolstert, eine überaus ge-bietende Erscheinung. Seine Augenbrauen sind wie ausWatte, und sein Schnurrbart überbuscht sowohl Mundals Kinn. Er geht mit langsamer Wucht, sein Säbel
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