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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
156
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Albrecht II.

/Atroßherzog Johann Albrecht starb an einer furchc-baren Krankheit, die etwas Nacktes und Abstrakteshatte und eigentlich mit keinem anderen Namen, als ebendem des Todes zu bezeichnen war. Es schien, als ob derTod, seines Besitzrechtes sicher, in diesem Falle jede Maskeund Erscheinung verschmähe und unmittelbar als er selbst,als die Auflösung an und für sich auf den Plan trete.Es handelte sich im wesentlichen um eine Zersetzung desBlutes, hervorgerufen durch innere Eiterungen, und einetiefgreifende Operation, die von dem Direktor der Univer-sitätsklinik, einem namhaften Chirurgen, vorgenommenwurde, konnte den fressenden Gang der Vernichtung nichteinmal verlangsamen. Es ging schnell zum Ende, undzwar um so schneller, als Johann Albrecht dem Todewenig Widerstand leistete. Er gab Zeichen eines grenzen-losen Überdrusses und äußerte sich seinen Angehörigenlind sogar den behandelnden Ärzten gegenüber wiederholtdahin, daß erdes Ganzen" also wohl seines fürst-lichen Daseins, seiner hohen und zur Schall gestelltenLebensführung sterbensmüde sei. Seine Wangenzüge,diese beiden Furchen des Hochmuts und der Langenweile,prägten sich in seinen letzten Tagen auf entsetzlich über-triebene, wahrhaft groteske und grimassenhafte Weise aus,um sich erst im Tode wieder ein wenig zu glätten . . .

Des Großherzogs letzte Krankheit siel in den Winter.Erbgroßherzog Albrecht, von seinem warmen und trockenenAufenthaltsort abberufen, geriet in ein nasses Schnee-wetter, das seine Gesundheit schwer bedrohte. Sein