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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
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Die Hemmung

/^^chüsse wurden gelöst, als auf den verschiedenenVerständigungswcgen der Neuzeit in die Residenzdie Nachricht gelangte, daß auf Grimmburg die Groß-herzogin Dorothea zum zweiten Male von einem Prinzenentbunden sei. Es waren 'zweiundsiebzig Schüsse, dieüber Stadt und Land hinrollten, abgefeuert von militäri-scher Seite auf dem Wall derZitadelle". Gleich daraufkanonierte auch die Feuerwehr mit den städtischen Salut-geschützen, um nicht zurückzustehen; aber es entstandenlange Pausen dabei zwischen einzelnen Detonationen, wasviel Heiterkeit in der Bevölkerung erregte.

Die Grimmburg beherrschte von einem buschigenHügel das malerische Städtchen des gleichen Namens,das seine grauen Schrägdächer in dem vorüberfließendenStromarm spiegelte und von der Hauptstadt in halb-stündiger Fahrt mit einer unrentablen Lokalbahn zu er-reichen war. Sie stand dort oben, die Burg, in grauenTagen vom Markgrafen Klaus Grimmbart, dem Ahn-herrn des Fürstengeschlechts, trotzig erbaut, mehrmalsseither verjüngt und instand gesetzt, mit den Bequemlich-keiten der wechselnden Zeiten versehen, stets wohnlich ge-halten und als Stammsitz des Herrscherhauses, alsWiege der Dynastenfamilie auf eine besondere Weise ge-ehrt. Denn das Hausgesetz und Herkommen bestand,daß alle direkten Nachkommen des Grimmbartes, alleKinder des jeweils regierenden Paares hier geboren werdenmußten. Diese Überlieferung war nicht wohl außer achtzu lassen. Das Land hatte geistesklare und leugnerische