zum Tode und dann zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ver-urteilt worden war, wurde auf Wohiverhalten aus demZuchthaus beurlaubt. Aber er mußte alsbald wieder inSicherheit gebracht werden.
Um zwei Uhr war Festessen der Bürgerschaft im Saaledes „Museums", mit Tafelmusik und Huldigungs-telegrammen. Aber vorm Tore war Volksbelustigung,mit Schmalzgebackenem und Sultansbrot, mit Festmarkt,Glückshafen und Vogelschießen, Sacklauf und Preis-klettcrn nach Sirupsemmeln für die männliche Jugend.Aber dann kam die Stunde, da Jmma Spoelmann von„Delphinettort" zum Alten Schlosse fuhr. Sie tat es imfeierlichen Zuge.
Die Fahnen flatterten im Frühlingswind, die arm-dicken Girlanden rankten sich, mit roten Rosen durchflochten,von einem Holzobelisken zum andern, schwarz staute sichauf den Tribünen, den Dächern, den Bürgersteigen dieMenge, und zwischen dem Spalier von Schutzleuten undFeuerwehr, von Gilden, Vereinen, Studenten und Schul-kindern kam langsam auf der mit Sand bestreuten Fest-straße, umbrandet von Jubel, der Brautzug daher. ZweiSpitzenreiter mit Tressenhüten und Fangschnüren kamenzuerst, geführt von einem schnauzbärtigen Stallmeister imDreispitz. Eine vierspännige Kutsche dann, worin dergroßherzogliche Kommissär, Beamter des Hausmini-steriums und zur Einholung abgeordnet, mit einemKammerherrn zur Begleitung lehnte. Ein zweiter Vier-spänner hierauf, worin man die Gräfin Löwenjoul ge-wahrte, die scheel und schief auf die beiden Ehrendamenblickte, mit denen sie fuhr, und denen sie wohl in sittlicher
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