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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
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dienten nicht zum hauptstädtischen Straßenbilde wie diebraunen der großherzoglichen Lakaien? Ließen nicht dieFremden mit ihren Handbüchern sich nach Delphinenorthinausfahren, um sich in den Anblick der Spoelmann-schen Residenz zu versenken, manche, bevor sie dasAlte Schloß gesehen? Waren nicht beide Schlösser, dasAlte und Delphinenort, nahezu gleichermaßen Hochsitzeund Mittelpunkte der Stadt? In welche Gesellschaftgehörte das aller Gemeinschaft und Gleichartigkeit ent-rückte Menschenkind, das als Samuel SpoelmannsTochter geboren war? Wem sollte es sich anschließen,mit wem Verkehr pflegen? Nichts war weniger befrem-dend, nichts einleuchtender und natürlicher, als KlausHeinrich an ihrer Seite zu sehen. Und auch alle die-jenigen, die des Anblicks nicht wirklich teilhaft gewordenwaren, genossen ihn im Geiste und vertieften sich darein:die schlanke, festlich vertraute Gestalt des Prinzen nebender Tochter und Erbin des ungeheuerlichen kleinen Frem-den, der krank und ärgerlich an einem Vermögen trug,welches sich ungefähr doppelt so hoch belief wie unseresämtlichen Staatsschulden!

Da geschah es, daß eine Erinnerung, eine wunder-liche Wortfügung vom öffentlichen Bewußtsein Besitzergriff . . . niemand kann sagen, wer zuerst darauf hin-wies, darauf zurückwies, das steht nicht fest. Viel-leicht war es eine Frau, vielleicht ein Kind mit gläubigenAugen, dem man es irgendwann zum Einschlafen er-zählt, Gott weiß es. Aber eine gespenstische Gestaltbelebte sich in der Einbildungskraft des Volkes: derSchatten eines alten Zigeunerweibes, das grauzottig und

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