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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
163
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nun sein zartes Haupt ruhte, sein Coupee bestieg, so rich-teten sich schüchterne Blicke auf ihn, und die Rufe bliebenzag und ohne das rechte Zutrauen. Denn die geringenLeute fühlten wohl, daß sie diesen Fürsten nicht hochlebenlasten und sich selbst damit meinen konnten. Sie sahenihn an und erkannten sich nicht in ihm wieder, dessenreine Vornehmheit kein Merkmal ihres besonderen Schlagestrug. Sie waren es anders gewohnt. Stand nicht aufdem Albrechtsplatz noch heutigen Tages ein Dienstmann,der mit seinen zu hoch sitzenden Wangenknochen undseinem grauen Backenbart auf derbe und niedrige Art ge-nau aussah, wie der verstorbene Großherzog ausgesehenhatte? Und traf man nicht des Prinzen Klaus HeinrichZüge auf dieselbe Weise im niederen Volke wieder? Eswar nicht so mit seinem Bruder. Das Volk fand in ihmnicht sein erhöhtes Wunschbild, in dessen Anblick es hochleben und seiner selbst hätte froh werden können. SeineHoheit seine unzweifelhafte Hoheit! war ein Adelvon allgemeiner Natur, überheimatlich und ohne das trau-liche Gepräge der Echtheit. Auch wußte er das; und dasBewußtsein seiner Hoheit zusammen mit dem seinesMangels an volkstümlicher Echtheit, das mochte wohlseine Scheu und seinen Hochmut cnrsmachen. Schondamals sing er an, die Repräsentation nach Möglichkeitauf den Prinzen Klaus Heinrich zu übertragen. Er schickteihn zur Brunnenenthüllung nach Jmmenstadt und zumhistorischen Stadtfest nach Butterburg. Ja, seine Ver-achtung jeder Darstellung seiner fürstlichen Person gingso weit, daß Herr von Knobelsdorff ihn nur mit Müheund Not überredete, den feierlichen Empfang der Präsi-