Zweite. Sein Kostüm, der hochragende, steife Federbuschvorn an seinem Pelz-Tschako, die Lack-Stulpenstiefel unterdem Hellen, faltigen Husaren-Überrock mit dem Trauer-flor, stand ihm schlecht. Er schritt behindert unter denBlicken der Menge, lind seine Schulterblätter, ein wenigschief stehend von Natur, verzogen sich im Gehen auflinkisch nervöse Art. Widerwille gegen den Zwang, beidieser funebren Schaustellung als Erster Mitwirken zumüssen, war in seinem blassen Gesicht zu lesen. Er blicktenicht auf im Schreiten und sog mit seiner kurzen, ge-rundeten Unterlippe an der oberen .. .
Diese Miene behielt er bei während der Kurialien desRegierungsantrittes, die übrigens mit aller Schonungvollzogen wurden. Der Großherzog Unterzeichnete imSilbersaal der Schönen Zimmer vor den versammeltenMinistern die Eidesurkunde und verlas im Thronsaal, vordem geschwungenen Theatersessel unter dem Baldachinstehend, die Thronrede, die Herr von Knobelsdorff ange-fertigt hatte. Die wirtschaftliche Lage des Landes wurdedarin mit Ernst und Zartsinn gestreift und die schöneEinhelligkeit gepriesen, die trotz aller Schwierigkeiten zwi-schen dem Fürsten und dem Lande herrsche, — bei welcherStelle ein höherer Funktionär, der wahrscheinlich mitseinem Avancement nicht zufrieden war, seinem Nach-barn zugeflüstert haben sollte, die Einhelligkeit bestehedarin, daß der Fürst ebenso verschuldet sei wie das Land,— ein scharfes Wort, das vielfach weitergetragen wurdeund sogar in die gehässig gesinnte Presse gelangte. . .Schließlich brachte der Präsident des Landtags ein Hochauf den Großherzog aus, ein Gottesdienst in der Hofkirche
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