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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
159
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sich in tätiger Sanftmut um den hohen Kranken zu be-mühen, worüber dieser in unzweideutiger Weise seine Be-friedigung kundgab. So geschah es, daß Doktor Sam-met dem Großherzog die letzten Injektionen verabfolgen,ihm mit stützender Hand den schweren Übergang erleich-tern, vor den übrigen Ärzten ihm als Todeshelfer bei-stehen durfte, eine Auszeichnung, die bei jenen Herrenwohl einige stille Gereiztheit weckte, andererseits aber zurFolge hatte, daß der Doktor kurze Zeit danach, als derwichtige Posten vakant ward, zum Direktor und Chefarztdes Dorotheen-Kinderspitals ernannt wurde, in welcherEigenschaft er später an der Entwicklung gewisser Dingenicht ohne Anteil war.

So starb denn Johann Albrecht der Dritte, tat seinenletzten Seufzer in einer Winternacht, und das alte Schloßwar feierlich erleuchtet, während er verschied. Die strengenFurchen der Langenweile glätteten sich in seinem Gesicht,und jeder eigenen Anspannung überhoben, durfte er sichder Form überlassen, die zum letztenmal um ihn waltete,ihn trug, seine wächserne Hülle noch einmal zum Mittel-punkt und Gegenstand ihrer darstellerischen Bräuchemachte . . . Herr von Bühl zu Bühl führte in vollerRüstigkeit die Oberleitung der Funeralien, die in Gegen-wart vieler fürstlichen Gäste begangen wurden. Diedüsteren Umständlichkeiten, diese unterschiedlichen Auf-bahrungen und Überführungen, Leichenparaden, Einseg-nungen und Gedächtnisfeiern am Katafalk, nahmen Tagein Anspruch, und acht Stunden lang war Johann AlbrechtsLeiche, inmitten einer Ehrenwache, die aus zwei Obersten,zwei Oberstleutnants, zwei Feldwebeln, zwei Wachtmeistern,

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