lächeln, um dem Professor, der nach einiger Abwesenheitins Zimmer zurückkehrte, das Diplom einzuhändigen ...
Ganz gegen das Ende, als die Zerstörung schon dasGehirn ergriffen hatte, machte der Großherzog einenWunsch deutlich, der, kaum verstanden, auch eiligst erfülltwurde, obgleich seine Erfüllung nichts bessern konnte. Indem Murmeln des Kranken kehrten gewisse Worte, schein-bar zusammenhangslos, beständig wieder. Er nanntemehrere Stoffe, Seide, Atlas lind Brokat, erwähnte desPrinzen Klaus Heinrich, brauchte einen medizinischenFachausdruck und ließ etwas von einem Orden, demAlbrechtskreuz dritter Klasse mit der Krone vernehmen.Zwischendurch fing man ganz allgemeine Wendungen auf,die sich wahrscheinlich auf des Sterbenden fürstlichen Be-ruf bezogen und wie „außerordentliche Verpflichtung"und „bequeme Mehrzahl" lauteten; dann wiederholtensich die Stoffbezeichnungen, zu denen sich schließlich, mitstärkerer Stimme, das Wort „Sammet" gesellte. Undda begriff man, daß der Großherzog den Doktor Sam-met zur Behandlung heranzuziehen wünsche, jenen Arzt,der vor zwanzig Jahren bei Klaus Heinrichs Geburt zu-fällig auf der Grimmburg zugegen gewesen war und nunseit langem in der Hauptstadt praktizierte. Der Doktorwar freilich ein Kinderarzt, aber man berief ihn doch, under kam: ziemlich ergraut bereits an den Schläfen, mitsorglos hängendem Schnurrbart, auf den seine Nase allzustach absiel, sauber rasiert übrigens lind ein wenig wunddavon an den Wangen. Seitwärts geneigten Kopfes,eine Hand an der Uhrkette und den Ellenbogen dicht amOberkörper, prüfte er die Sachlage und begann sogleich,