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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
154
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Tische dem Glücksspiel überließen. Aber hierauf, nunzwanzigjährig, trat er eineBildungsreise" an, nichtmehr in Gesellschaft des Doktors Überbein, sondern in dereines militärischen Begleiters und Reisemarschalls, desGarde-Hauptmanns von Braunbart-Schellendorf, einesblonden Kavaliers, der bestimmt war, Klaus HeinrichsAdjutant zu bleiben, und dem durch diese Reise Gelegen-heit gegeben wurde, Intimität und Einfluß zu gewinnen.

Klaus Heinrich sah nicht viel auf der Bildungsreise,die ihn weit herumführte und vomEilboten" eifrig ver-folgt wurde. Er besuchte die Höfe, stellte sich den Sou-veränen vor, fuhr mit Herrn von Braunbart zu Gala-tafeln und erhielt bei seiner Abreise einen hohen Orden desLandes verliehen. Er nahm die Sehenswürdigkeiten inAugenschein, die Herr von Braunbart (der gleichfallsmehrere Orden erhielt) für ihn auswählte, und derEil-bote" meldete von Zeit zu Zeit, daß der Prinz sich überein Bild, ein Museum, ein Bauwerk gegen den führendenDirektor oder Konservator höchst anerkennend geäußerthabe. Er reiste gesondert, geschützt und getragen von derritterlichen Fürsorge des Herrn von Braunbart, der dieKasse führte, und dessen frommer Eifer verhütete, daßKlaus Heinrich am Ende der Fahrt auch nur imstandegewesen wäre, einen Koffer aufzugeben.

Zwei Worte, nicht mehr, mögen einem Zwischenspielgewidmet sein, welches eine Großstadt des weiteren Vater-landes zum Schauplatz hatte und durch Herrn von Braun-bart mit aller gebotenen Sorgfalt in die Wege geleitetwurde. Herr von Braunbart besaß in dieser Stadt einenKameraden, welcher, adelig, Rittmeister und Junggeselle,