Er stand in einem Saal, der zu den Schönen Zim-mern gehörte, dem Silbersaal, worin, wie er wußte, seinVater, der Großherzog, feierliche Gruppenempfänge vor-nahm, — ec war gelegentlich allein in den leeren Raumgetreten und sah ihn sich an.
Es war Winter und kalt, seine kleinen Schuhe spie-gelten sich in dem glasig Hellen, durch gelbliche Einlagenin große Vierecke geteilten Parkett, das sich wie eine Eis-stäche vor ihm ausbreitete. Die Decke, mit versilbertemArabeskenwerk überzogen, war so hoch, daß eine lange,lange Metallstange nötig war, um den vielarmigen, dichtmit hohen, weißen Kerzen besteckten silbernen Kronleuchterin der Mitte der ganzen Weite schweben zu lassen. Sil-bern gerahmte Felder mit blassen Malereien zogen sichunterhalb der Decke hin. Die Wände, von silbernen Leisteneingefaßt, waren mit weißer, hier und da gelbfleckiger lindeingerissener Seide bekleidet. Eine Art monumentalenBaldachins, auf zwei starken silbernen Säulen ruhendund vorn mit einer zweimal gerafften Silbergirlande ge-schmückt, von dessen Höhe das Bildnis einer toten, ge-puderten Vorfahrin inmitten einer nachgeahmten Hermelin-Draperie herniederblickte, gliederte den Kaminraum vomGanzen ab. Breite, versilberte, mit weißer, zerschlissenerSeide bespannte Armstühle umgaben dort hinten die kalteFetterstelle. An den Seitenwänden, einander gegenüber,ragten enorme, silbern gerahmte Spiegel empor, derenGlas blinde Flecken zeigte und auf deren breiten, weißenMarmorkonsolen Armleuchter standen, je rechts zwei undlinks zwei, die niedrigen vor den höhern, mit langen,weißen Kerzen besteckt, wie die Wandleuchter rings umher,
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