wie die vier silbernen Schaft-Kandelaber in den Ecken.Vor den hohen Fenstern zur Rechten, die auf den Albrechts-platz blickten und auf deren äußeren Bänken Kissen vonSchnee lagen, fielen weißseidene Vorhänge, gelbfieckig,mit silbernen Schnüren gerafft und mit Spitzen unter-legt, schwer und reichlich auf das Parkett hinab. In derMitte des Raums, unter dem Kronleuchter, stand einTisch von mäßiger Größe, dessen Untersatz wie ein knorrigersilberner Baumstumpf war und dessen achteckige Platteaus milchiger Perlmutter bestand, — stand unnütz undohne Stühle dort, bestimmt und geeignet höchstens dazu,dir als Halt und Stützpunkt zu dienen, wenn die Lakaiendie Flügeltür öffneten und diejenigen einließen, die in Galaauf eine festlich gemessene Weile vor dich traten . . .
Klaus Heinrich sah in den Saal, und deutlich sah er,daß nichts hier von der Sachlichkeit wußte, die SchulratDröge trotz seiner Verbeugungen ihm auferlegte. Hierherrschte Sonntag und Feierernst, ganz ähnlich wie inder Kirche, wo des Schulrats Forderungen gleichfallsverfehlt gewesen wären. Strenger und leerer Prunkherrschte hier und ein förmliches Gleichmaß der Anord-nung, das rein von Zweck und Bequemlichkeit sich selbst-genügsam darstellte... ein hoher und angespannter Dienst,ohne Zweifel, der weit entfernt schien, leicht und behaglichzu sein, der dich auf Haltung und Zucht und beherrschteEntsagung verpflichtete, doch dessen Gegenstand ohneNamen war. Und es war kalt in dem silbernen Kerzen-saal, wie in dem der Sch«eekönigin, wo die Herzen derKinder erstarren.
Klaus Heinrich ging über die spiegelnde Fläche und