der Familie, wie sich erwies, und waren also von mindererBedeutung. Aber Albrecht war Erbgcoßherzog undThronfolger, womit nicht schlecht übereinstimmte, daß erso blaß und abweisend schien und viel im Bette lag. Ertrug österreichische Joppen mit Klappentaschen undRückenzug. Er hatte einen nach hinten ausladendenSchädel mit schmalen Schläfen und ein längliches klugesGesicht. Sehr klein noch hatte er eine schwere Krankheitzu bestehen gehabt, gelegentlich welcher, nach GeneralarztEschrichs Behauptung, sein Herz vorübergehend „auf dierechte Seite gewandert" war. Auf jeden Fall hatte erden Tod von Angesicht zu Angesicht gesehen, und dasmochte die scheue Würde, die ihm eigen war, wohl sehrverstärkt haben. Er schien von äußerster Zurückhaltung,kalt aus Befangenheit und stolz aus Mangel an Anmut.Er lispelte ein wenig und errötete dann darüber, da ersich scharf in Obacht hielt. Seine Schulterblätter warenein wenig ungleichmäßig gestellt. Sein eines Auge warmit einer Schwäche behaftet, und so bediente er sich beimAnfertigen seiner Aufgaben einer Brille, die dazu beitrug,ihn alt und klug zu machen ... Unverbrüchlich hielt sichan AlbrechtS linker Seite sein Erzieher, der Doktor Veit,ein Mann mit hängendem, lehmfarbenen Schnurrbart,hohlen Wangen und blassen, unnatürlich erweitertenAugen. Zu jeder Stunde war Doktor Veit in Schwarzgekleidet, indem er ein Buch, zwischen dessen Blätternsein Zeigefinger steckte, an seinem Oberschenkel hernieder-hängen ließ.
Klaus Heinrich fühlte sich von Albrecht gering ge-schätzt, und er sah ein, daß es nicht nur wegen seiner
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