Gedanken und Erhebung über den Wochentag bedeutete.Aber Klaus Heinrich und Ditlind blickten auf jene Ge-stalten als auf ihresgleichen und in gelassener Ebenbürtig-keit, sie atmeten dieselbe Luft wie sie, sie wohnten in einemSchlosse gleich ihnen, sie standen mit ihnen auf brüder-lichem Fuße und erhoben sich nicht über das Wirkliche,wenn sie lauschend eins mit ihnen wurden. Lebten sie alsobeständig und immerdar auf jener Höhe, zu welcher anderenur aufstiegen, wenn sie Märchen hörten? Madame ausder Schweiz hätte es ihrem ganzen Verhalten gemäßnicht leugnen können, wenn die Frage in Worte zu bringengewesen wäre.
Madame aus der Schweiz war eine calvinistischePfarrerswitwe, die für sie beide da war, während jedesvon ihnen zwei besondere Kammerfrauen hatte. Madamewar ganz schwarz und weiß: ihr Häubchen war weiß undschwarz ihr Kleid, weiß war ihr Antlitz mit der ebenfallsweißen Warze auf einer Wange und schwarzweiß ge-mischt ihr metallisch glattes Haar. Sie war sehr genauund leicht zu entsetzen. Sie blickte zu Gott empor undschlug ihre weißen Hände zusammen bei Dingen, die ohneGefahr und dennoch unzulässig waren. Aber ihr stillstesund schwerstes Zuchtmittel für ernste Fälle war dies, daßsie die Kinder „traurig ansah" . . . mau hatte sich ver-gessen. Von einem bestimmten Tage an begann sie, aufeine Weisung hin, Klaus Heinrich und Ditlind „Groß-herzogliche Hoheit" zu nennen und war nun noch leichterentsetzt. . .
Jedoch Albrecht hieß „Königliche Hoheit". — TanteKatharinens Kinder gehörten nicht zum Mannesstamm
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