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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
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kam zur Welt. Sechsunddrcißig Schüsse wurden ihrzugemessen, weil sie weiblichen Geschlechts war, und inder Taufe ward sie Ditlinde genannt. Das war KlausHeinrichs Schwester, und daß sie erschien, war ein Glückfür ihn. Sie war anfangs befremdend klein und verletz-lich, aber bald ward sie ihm gleich, holte ihn ein und warbei ihm den ganzen Tag. Mit ihr lebte er, mit ihrschaute, erfuhr, begriff er, im Zwiegefühl mit ihr empfinger die gemeinsame Welt.

Es war eine Welt, es waren Erfahrungen, danachangetan, nachdenklich zu stimmen. Wo sie im Winterwohnten, war das Alte Schloß. Wo sie im Sommerwohnten, am Fluß, in der Kühle, im Duft der violettenHecken, zwischen denen weiße Statuen standen, warHollerbrunn, die Sommerresidenz. Auf dem Wegedorthin, oder wenn sonst Papa oder Mama sie mit sichin einen der braunlackierten Wagen mit der kleinen gol-denen Krone am Schlage nahmen, standen die übrigenMenschen, riefen und grüßten; denn Papa war Fürstund Herr über das Land, und folglich waren sie selbst einPrinz und eine Prinzessin, bestätigtermaßen durchausin demselben Sinne, in welchem die Prinzen und Prin-zessinnen in den französischen Märchen es waren, dieMadame aus der Schweiz ihnen vorlas. Dies war desVerweilenS wert und ohne Frage ein Sonderfall. Wennandere Kinder die Märchen hörten, so blickten sie auf diePrinzen, von denen sie handelten, notwendig aus großemAbstand und wie auf festliche Wesen, deren Rang eineVerherrlichung der Wirklichkeit war und mit denen sichzu beschäftigen ihnen zweifellos eine Verschönerung der

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