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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
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Die Hofkirche war mit Pflanzen und Draperien aus-gestattet. Neben den Vertretern des Hof- und Land-adels und des hohen und niederen Beamtentums fülltenHandeltreibende, Landleute und schlichte Handwerker er-hobenen Herzens das Gestühl. Aber vorn am Altar saßenim Halbkreise auf rotfamtenen Armstühlen die Anver-wandten des Täuflings, fremde Hoheiten als Paten undbetraute Vertreter solcher, die selbst nicht gekommen waren.Vor sechs Jahren, bei des Erbgroßherzogs Taufe, wardie Versammlung nicht glänzender gewesen. Denn beiAlbrechts Zartheit, bei des Großherzogs vorgerücktenJahren, bei dem Mangel an Grimmburger Agnaten galtdie Person des zweitgeborenen Prinzen sogleich als wich-tige Gewähr für die Zukunft der Dynastie... Der kleineAlbrecht nahm an der Feier nicht teil; mit einer Unpäß-lichkeit lag er im Bette, die nach Generalarzt EschrichsErklärung nervöser Natur war.

U. Wislizenus predigte über ein Schriftwort, das derGroßherzog selbst bestimmt hatte. DerEilbote", einschwatzhaft abgefaßtes hauptstädtisches Journal, hatte ge-nau zu berichten gewußt, wie der Großherzog sich einesTages ganz persönlich aus dem selten betretenen Bücher-saal die enorme, mit Metallspangen verschlossene Hausbibelgeholt, sich damit in seinem Kabinett eingeschlossen, wohleine Stunde darin gesucht, schließlich das erwählte Wort mitseinem Taschenbleistift auf ein Blatt Papier exzerpiert, esJohann Albrecht" unterzeichnet und dem Hofpredigerübersandt habe. v. Wislizenus behandelte es motivisch undsozusagen auf musikalische Art. Er wandte es hin lindher, wies es in verschiedener Beleuchtung auf und er-

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