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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
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die Einbildungskraft des Volkes durch den sonderbarenRosenstock gereizt wurde. Sie wurde es auf ähnlicheArt durch dieEulenkammer" im Alten Schlosse, dieeine Polterkammer sein sollte. Sie lag an gänzlich un-verfänglicher Stelle, nicht weit von denSchönen Zim-mern" und demRittersaal", wo die Herren des Hofessich zur großen Cour zu versammeln pflegten, und alsoin einem vergleichsweise neuen Teil des Gebäudes. Aberes sollte nicht geheuer dort sein und zwar insofern, alszuweilen ein Rumoren und Lärmen darin entstand, dasaußerhalb des Gemaches nicht zu vernehmen und dessenUrsprung unerfindlich war. Man schwor, daß es spuk-hafter Herkunft sei, und viele behaupteten, daß es sichvornehmlich vor wichtigen und entscheidenden Ereig-nissen in der großherzoglichen Familie bemerkbar mache, ein ziemlich unbewiesenes Gemunkel, das selbstver-ständlich nicht ernster zu nehmen war, als andere volks-tümliche Erzeugnisse einer historischen lind dynastischenStimmung, wie zum Beispiel eine gewisse dunkle Pro-phezeiung, die über hundert Jahre hinweg überliefertworden war und die in diesem Zusammenhänge Er-wähnung finden mag. Sie war von einer alten Zigeunerinausgegangen und lautete dahin, daß durch einen Fürstenmit einer Hand" dem Lande das größte Glück zuteilwerden werde.Er wird", hatte dies zottige Weib ge-sagt,dem Land mit einer Hand mehr geben, als andere mitzweien nicht vermöchten." So stand der Ausspruchausgezeichnet, und so wurde er gelegentlich angeführt.

Aber um das Alte Schloß lag die Residenz, bestehendaus Altstadt und Neustadt, mit ihren öffentlichen Ge-

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