wachte Hauptportal zugewaudt, zu dessen Häupteu einfrommes, trotziges Wort: „lurrix kortixxima nomenDomini", halb nur noch leserlich, eingemeißelt stand.Hier war Wache und Schilderhaus, Ablösung, Trom-meln, Parade und Auflauf von Gassenbuben ...
Das Alte Schloß besaß drei Höfe, in deren Ecken sichschöne Treppentürme erhoben und zwischen deren Basalt-stiesen übrigens meistens allzuviel Unkraut sproß. Aberinmitten des einen Hofes stand der Rosenstock, — standdort von jeher in einem Beet, obgleich sonst keine gärt-nerischen Anlagen vorhanden waren. Es war ein Rosen-stock wie andere mehr, ein Kastellan wartete ihn, er ruhteim Schnee, er empfing Regen und Sonnenschein, undkam die Zeit, so trieb er Rosen. Es waren außerordent-lich herrliche Rosen, edel geformt, mit dunkelrotsamtenenBlättern, eine Lust zu sehen und wahre Kunstwerke derNatur. Aber diese Rosen besaßen eine seltsame undschauerliche Eigentümlichkeit: sie dufteten nicht! Siedufteten dennoch, aber aus unbekannten Gründen war esnicht Rvsenduft, was sie ausströmten, sondern Moder-duft, — ein leiser, aber vollkommen deutlicher Duft nachModer. Jedermann wußte das, es stand im Reiseführer,und die Fremden kamen in den Schloßhof, um sich miteigener Nase davon zu überzeugen. Auch ging ein popu-läres Gerede, da oder dort stehe geschrieben, daß irgend-wann einmal, an einem Tage der Freude und der öffent-lichen Glückseligkeit, die Blüten des Rosenstockes aufdie natürlichste und lieblichste Art zu duften beginnenwürden.
Übrigens war es begreiflich und unvermeidlich, daß
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