vor dessen Portal den ganzen Tag mit Kugelstab undBandelier ein riesiger Türhüter in prahlerischer Haltungstand, und in dessen Innerem es so außerordentlich ge-mäßigt zuging...
Prinz Lambert, des Großherzogs Bruder, kam wenigin Betracht. Er lag mit seinen Geschwistern, die ihmseine Mißheirat nicht verziehen, in Unfrieden und gingkaum zu Hofe. Mit seiner Gemahlin, die ehemals ihrePas auf der Bühne des Hoftheaters vollführt hatte und,nach dem Namen eines Gutes, das der Prinz besaß, denTitel einer Freifrau von Rohrdorf führte, lebte er in seinerVilla am Stadtgarten, und dem hageren Sportsmannund Theaterhabitue standen seine Schulden zu Gesichte.Er hatte sich seines Hoheitsscheines begeben, trat ganzals Privatmann auf, und wenn sein Hauswesen im Rufeeiner liederlichen Dürftigkeit stand, so erregte das nichtviel Teilnahme.
Aber im Alten Schlosse selbst hatten Veränderungenstattgefunden, Einschränkungen, die in Stadt und Landbesprochen wurden und zwar zumeist in einem ergriffenenund schmerzlichen Sinne, denn im Grunde wünschtedas Volk, sich stolz und herrlich dargestellt zu sehen.Man hatte um der Ersparnis willen verschiedene Ober-hofämter in eines zusammengezogen, und seit mehrerenJahren war Herr von Bühl zu Bühl Oberhofmarschall,Oberzeremonienmeifter und Hausmarschall in einerPerson. Man hatte weitgehende Entlassungen im Offizen-dienst und der Hoflivree, unter den Fourieren, Büchsen-spannern und Bereitern, den Hofköchen und Konfekt-meistern, den Kammer- und Hoflakaien vorgenommen.