lind sich am sichtbarsten und — bedenklichsten zu allenZeiten als ein Hang zum Aufwand und zur rücksichts-losen, die Hoheit sinnfällig darstellenden Prunkentfaltunggeäußert hatte. Ein Grimmburger hatte ausdrücklichden Beinamen des „Üppigen" geführt, — verdient hättenihn fast alle. Und so war die Verschuldung des Hauseseine geschichtliche und altüberlieferte Verschuldung, die injene Zeiten zurückwieS, wo noch alle Anleihen Privatan-gelegenheiten der Souveräne gewesen waren, und woJohann der Gewalttätige, um ein Darlehen zu erhalten,die Freiheit angesehener Untertanen verpfändet hatte.
Das war vorbei; und Johann Albrccht UI-, seinenTrieben nach ein echtgeborener Grimmburger, war schlech-terdings nicht mehr in der Lage, diesen Trieben freienLauf zu lassen. Seine Väter hatten mit dem Familien-vermögen gründlich aufgeräumt, es war gleich Null oderglich nicht viel mehr, es war für den Barl von Lust-schlössern, mit französischen Namen und Marmorkolon-naden, für Parks mit Wasserkünsten, für pomphafteOper rind jederlei goldene Schaustellung aufgegangen.Man mußte rechnen, und sehr gegen die Neigung desGroßherzogs, ja ohne sein Zutun, war die Hofhaltungallmählich auf kleineren Fuß gesetzt worden.
Über die Lebensführung der Prinzessin Katharina, derSchwester des Großherzogs, sprach man in der Residenzin gerührtem Tone. Sie war mit einem Cognaten desim Nachbarlande regierenden Hauses vermählt gewesen,war, verwitwet, in die Hauptstadt ihres Bruders zurück-gekehrt rind bewohnte mit ihren rotköpfigen Kindern dasehemalige ecbgroßherzogliche Palais an der Albrechtstraße,
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