vollzog; denn mit der Steuercrhöhung lud man derheimischen Volkswirtschaft eine Last auf, die schwererund unmittelbarer drückte, als jene, die man ihr durchdie Schuldentilgung abnahm ...
Wo also war Abhilfe und Heilung? Ein Wunder,schien es, sei nötig — und, bis es geschähe, die unerbitt-lichste Sparsamkeit. Das Volk war fromm und treu,es liebte seine Fürsten wie sich selbst, es war von der Er-habenheit der monarchischen Idee durchdrungen, es saheinen Gottesgedanken darin. Aber die wirtschaftliche Be-klemmung war zu peinlich, zu allgemein fühlbar. ZumUnbelehrtesten redeten die abgeholzten und verkrüppeltenWaldbestände eine klägliche Sprache. Und so hatte esgeschehen können, daß im Landtage wiederholt auf Ab-striche au der Zivilliste, auf Verkürzung der Apanagenund der Krondotation gedrungen worden war.
Die Zivilliste betrug eine halbe Million, die Einkünfteaus dem der Krone zu eigen gebliebenen Domanialbesitzbeliefen sich auf siebenhundertundfünfzigtauscnd Mark.Das war alles. Und der Hof war verschuldet, — inwelchem Maße, das wußte vielleicht Graf Trümmer-hauff, der gcoßherzogliche Finanzdicektoc, ein formvoller,aber für geschäftliche Dinge ganz und gar unbegabterHerr. Johann Albrecht wußte es nicht, gab sich wenigstensden Anschein, es nicht zu wissen und befolgte darin genaudas Beispiel seiner Vorfahren, die ihre Schulden selteneiner mehr als flüchtigen Aufmerksamkeit gewürdigt hatten.
Der ehrfürchtigen Gesinnung des Volkes entsprach einaußerordentliches Hoheitsgefühl seiner Fürsten, das zu-weilen schwärmerische, ja überreizte Formen angenommen
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