muß beständig für ihn fürchten. Es war ein Wunder,daß er vor zwei Jahren die Rippenfellentzündung über-stand, und e6 wird nicht viel weniger als ein Wundersein, wenn er zu Jahren gelangt. Nun schenkt mir derHimmel einen zweiten Sohn, — er scheint kräftig, aberer kommt mit einer Hand zur Welt. Die andere ist ver-kümmert, unbrauchbar, eine Mißbildung, er muß sie ver-stecken. Welche Erschwerung! Welch Hindernis! Ermuß es beständig vor der Welt bravieren. Man wird esallmählich bekannt machen müssen, damit es bei seinemersten öffentlichen Hervortreten nicht allzu anstößig wirkt.Nein, ich komme noch nicht hinweg darüber. Ein Prinzmit einer Hand ..."
„Mit einer Hand", sagte Herr von Knobelsdorff.„Sollten Königliche Hoheit diese Wendung mit Absichtwiederholen?"
„Mit Absicht?"
„Also nicht? ... Denn der Prinz hat ja zwei Hände,nur daß die eine verkümmert ist und daß man, wennman will, also sagen kann, es sei ein Prinz mit einerHand."
„Nun also?"
„Und daß man also fast wünschen müßte, nicht EurerKöniglichen Hoheit zweiter Sohn, sondern der unter derKrone Geborene möchte der Träger dieser kleinen Miß-gestaltung sein."
„Was sagen Sie da?"
„Nun, Königliche Hoheit werden mich auslachen; aberich denke an die Zigeunerin."
„Die Zigeunerin? Ich bin geduldig, lieber Baron!"
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