her, als wollte sie fragen: „Stimmt es?" — Es stimmte,Herr von Knobelsdorff war befriedigt, und die weise Frauhüllte das Kind wieder ein. Aber auch dann noch ließsie nicht ab, auf den Prinzen nieder und zu dem Baroncmporzublicken, bis sie seine Augen dorthin gelenkt hatte,wo sie sie haben wollte. Die Fältchen an seinen Augen-winkeln verschwanden, er zog die Brauen zusammen,prüfte, verglich, betastete, untersuchte den Fall zwei, dreiMinuten lang und fragte schließlich: „Hat der Groß-herzog das schon gesehen?"
„Nein, Exzellenz."
„Wenn der Großherzog das sieht," sprach Herr vonKnobelsdorff, „so sagen Sie ihm, daß es sich auswächst."
Und den Herren im Hoch-Erdgeschoß berichtete er:„Ein kräftiger Prinz!"
Aber zehn oder fünfzehn Minuten nach ihm machteauch der Großherzog die mißliche Entdeckung, — daswar unvermeidlich und hatte für Generalarzt Eschricheine kurze, außerordentlich rinangenehme Szene zur Folge,für den Grimmburger Doktor Sammet aber eine Unter-redung mit dem Großherzog, die ihn sehr in dessen Ach-tung steigen ließ und ihm in seiner späteren Laufbahnvon Nutzen war. Kurz zusammengefaßt, girrg dies allesvor sich wie folgt.
Während der Nachgeburt hatte Johann Albrecht sichwieder in der „Bibliothek" aufgehalten und sich danneinige Zeit, Hand in Hand mit seiner Gemahlin, amWochenbette verweilt. Hierauf begab er sich in das„Frisierkabinett", wo der Säugling nun in seinem hohen,zierlich vergoldeten und halb von einer blauseidenen Gar-