Frack gezogen hatte, verharrte in bescheidener und auf-merksamer Haltung am Waschtisch.
Johann Albrecht hielt sich in einem zur Arbeit undKontemplation einladenden Gewölbe auf, das von der„Brautkemenate" nur durch das sogenannte Frisierkabi-nett und einen Durchgangsraum getrennt war. Es führteden Namen einer Bibliothek, im Hinblick auf mehrerehandschriftliche Folianten, die schräg auf dem wuchtigenSchranke lehnten und die Geschichte der Burg enthielten.Das Gemach war als Schreibzimmer eingerichtet.Globen schmückten die Wandborte. Durch das Bogen-fenster, das geöffnet stand, wehte der starke Wind derHöhe. Der Großherzog hatte sich Tee servieren lassen,Kammerdiener Prahl hatte selbst das Geschirr gebracht;aber es stand vergessen auf der Platte des Sekretärs, undJohann Albrecht schritt in einem rastlosen, unangenehmangespannten Zustande von einem Winkel in den anderen.Sein Gang war vom unaufhörlichen Knarren seiner Lack-stiefel begleitet. — Flügeladjutant von Lichterloh horchtedarauf, indem er sich in dem beinahe leeren Durchgangs-zimmer langweilte.
Die Minister, der Generaladjutant, der Hofpredigerund die Hofchargen, neun oder zehn Herren, warteten inden Repräsentationsräumen des Hoch-Erdgeschosses. Siewanderten durch den großen und den kleinen Bankett-saal, wo zwischen den Lindemannschen Gemälden Arran-gements von Fahnen und Waffen hingen; sie lehnten anden schaftartigen Pfeilern, die sich über ihnen zu buntenGewölben entfalteten; sie standen vor den deckenhohenund schmalen Fenstern und blickten durch die in Blei