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3 (1937) Die beiden ersten Bücher der Libri VIII miraculorum. Leben, Leiden und Wunder des heiligen Engelbert, Erzbischofs von Köln. Die Schriften über die heilige Elisabeth von Thüringen
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sprechungsprozeß aus den Aussagen der Dienerinnen zusammen-gestellte Bericht über ihr Tugendleben ('conversationis formula').Dieses Büchlein hatte ihm der Prior des Deutschen Hauses in Mar-burg Ulrich mit der Bitte zugesandt, daraus eine Lebensgeschichtezu gestalten ('redigere ... in hystoriam'). In der älteren Literatur überCaesarius, welche die Aussagen der Dienerinnen nur in der vonMencke veröffentlichten (längeren Fassung des sog. Libellus *) kannte,herrschte Uebereinstimmung darüber, daß dieser Text von Caesariusgemeint sei. Erst als 1908 in meinenQuellenstudien zur Geschichteder hl. Elisabeth" zum ersten Male eine bis dahin unbekannt geblie-bene kürzere Fassung der Aussagen veröffentlicht und ihre Benutzungbei Caesarius bewiesen war, mußte auch ein bisheriger Verfechter derälteren Meinung, K. Wenck, zugeben, daß der kürzere Text dieQuelle sei 2 ). Wie sich durch Vergleich im einzelnen leicht feststellenläßt, hat Caesarius in der Tat weder Prolog und Epilog noch diesonstigen in meiner Ausgabe des sogen. Libellus ersichtlichen nur inder längeren Fassung vorhandenen Stücke benutzt. Er fußt aus-schließlich auf dem Text der kürzeren Fassung. Beweisend ist dafürauch, daß er dieser in dem Fluß der Erzählung ganz entspricht undnicht die Umstellungen hat, die der sogen. Libellus bei den Aussagender Irmgardis vorgenommen hat. Die Unterbrechung der Aussagendieser Dienerin durch die Aussagen der Dienerin Elisabeth gleichtCaesarius (c. 27) dadurch aus, daß er die zweite Einführung derIrmgardis mit dem Zusatz versieht,deren wir oben Erwähnung ge-tan haben" ('cuius superius mentionem fecimus').

Caesarius erwähnt dann noch am Anfang der Vita (S. 345, 29) die'1 i b r i miraculorum'. Insbesondere führt er sie als Beweis dafür an,daß auch in entfernteren Gegenden Wunder auf Anrufung der hl.Elisabeth geschehen seien. Es scheint aber nicht, daß er diese Büchereingesehen hat, wohl sah er sie entstehen, da er zur selben Zeit inMarburg war, als Konrad von Marburg die Zeugen über die Wunderverhörte und diese aufzeichnen ließ. Caesarius erzählt an zwei Stel-len seiner Vita (S. 369) und des Sermo (S. 384) darüber und erwähntdabei im Sermo, daß nicht nur aus den Diözesen Mainz und Trier,sondern auch aus entfernteren Diözesen wie Köln, Bremen und Magde-burg Pilger nach Marburg kamen. Jedenfalls hat er die 'libri mira-culorum' in den vorliegenden Schriften nicht benutzt. Er sagt auchan einer Stelle der Predigt, daß die Zahl der Wunder so groß ge-wesen sei, daß kaum jemand sie beschreiben oder auch nur erzählenkönne.

Verhältnismäßig zahlreich sind bei Caesarius die Mitteilungen,bei denen er sich auf mündliche Quellen beruft. In einigen

J ) J. B. Menckenius, Scriptores rerum Germanicarum II, Leipzig 1728,S. 2007-2034.

2 ) K. Wenck, Quellenuntersuchungen a. a. 0. S. 475.