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3 (1937) Die beiden ersten Bücher der Libri VIII miraculorum. Leben, Leiden und Wunder des heiligen Engelbert, Erzbischofs von Köln. Die Schriften über die heilige Elisabeth von Thüringen
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einschließend sagt er, daß das Wunder des Oeles zur Erbauung desPredigers und seiner Zuhörer ('ad nostram edificationem') vom Herrngezeigt werde, wie überhaupt die Wunder nicht für die Heiligen,,sondern für die Welt ('nobis') notwendig seien. Denn nicht die Hei-ligen, sondern wir ('nos') sollen durch sie gebessert werden, indemwir die Werke, durch welche sie die Wunder verdienten, nachahmen.Von den Marburger Deutschordensbrüdern ('a quibusdam fratribusdomus Theutonice in Mariburg', 'predicti fratres') spricht der PredigerCaesarius in dritter Person, von Marburg sagt er 'ibi' und ähnlichesvon dem Marburger Hospital und dem Deutschen Hause, ein Zeichen,daß die Predigt an sich nicht für die Marburger Brüder bestimmtwar. Wurde sie aber zunächst für die Heisterbacher Klostergemeindegehalten, so ergibt sich aus der Bemerkung, daß Prediger und Zu-hörer heute das Fest der Translatio der heiligen Elisabeth feiern('cuius hodie translationem colimus'), daß dieses Fest damals imZisterzienserorden eingeführt war. Und tatsächlich kennen wir einenBeschluß des Generalkapitels des Zisterzienserordens, aus dem Jahreder Heiligsprechung 1235, welcher das Fest der hl. Elisabeth (19.November) zu feiern für den Orden anordnet 1 )- Einen gleichen Be-schluß für das Fest der Translatio kennen wir zwar nicht, es liegtaber kein Anlaß vor zu bezweifeln, daß auch dieses Fest im Ordenoder in einzelnen Klöstern desselben willige Aufnahme fand. Seitdem frühen 14. Jahrhundert finden wir es z. B. in Missalien undKaiendarien von Cambrai 2 ). So ergibt sich aus diesen Ueberlegungen,daß die Predigt an einem 2. Mai vor der Heisterbacher Kloster-gemeinde zuerst gehalten wurde, wahrscheinlich bald nach der Voll-endung der in ihr genannten Vita, also am 2. Mai 1237. Daß diePredigt bald nachher auch in Marburg bekannt wurde, dessen be-deutungsvolle Gründungstage und gedeihliche Entwicklung darin inlebhaften Farben geschildert sind, das ergibt sich daraus, daß dieSymbolik der Predigt das Thema der alten Glasgemälde in der Eli-sabethkirche wurde, die uns heute noch erfreuen 3 ).

.Quellen: Aus den Angaben des Verfassers, insbesondere imWidmungsbrief ergibt sich mit Sicherheit, daß ihm eine schrift-liche Quelle vorlag, nämlich das Büchlein ('quaternulus'), dieSchrift ('scriptum'), worin das geistliche Leben ('conversatio') derheiligen Elisabeth kurz und schlicht aufgezeichnet war, der im Heilig-

1 ) O. Dobenecker, Regesta diplomatica necnon epistolaria historiaeThuringiae III, 1, Jena 1904, S. 112, Nr. 634; I. M. Canivez, Statutacapitulorum generalium ordinis Cisterciensis II, Löwen 1934, S. 139.

2 ) V. Leroquais, Les sacramentaires et les misseis manuscrits desbibliotheques publiques de France, Paris 1924, II, S. 107, 173 f., 230,378380; III, S. 20, 22. Catalogus codicum hagiographicorum Latino-rum antiquiorum saeculo XVI, qui asservantur in Bibliotheca NationaliParisiensi ed. Hagiographi Bollandiani III, Bruxellis 1893, S. 641 (Cam.1Germ. 1, 2).

3 ) A. Huyskens, Zur Geschieht« der Glasgemälde in der Elisabeth-kirche zu Marburg (Fuldaer Geschichtsblätter VI, Fulda 1907, S. 155«.).