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Einleitung.
I. Wesen und Bedeutung des Werkes.
Zu den bedeutendsten Arbeiten des Caesarius von Heisterbach ge-bort ohne Zweifel die Vita sancti Engelberti archiepiscopi Coloniensis,die Biographie seines Zeitgenossen, des mächtigen Erzbischofs vonKöln und Reichsverwesers Engelberts I., des Heiligen (1216—1225),aus dem Hause der Grafen von Berg. Hervorgerufen wurde dieseVita x ) durch den tragischen Tod, den der Erzbischof am Abend des7. November 1225 unweit Gevelsberg i. W. erlitt, weniger infolge einesMordplanes seines Vettersohnes, Graf Friedrich von Isenberg 2 ),als infolge der Nervosität und Disziplinlosigkeit der lediglich mit derGefangennahme des Erzbischofs beauftragten Leute des Grafen 3 ).Ursprünglich gedacht als 4. und 5. Buch einer gerade begonnenenneuen Wundersammlung von acht Büchern 4 ), ist sie nur als selbstän-diges Werk überliefert, eine der späteren kirchlichen Biographien,„welche noch geschichtlichen Wert haben" r> ). Aus einer „Lebens-geschichte", wohl derselben Art wie diejenigen, welche er im iDialogusbereits versucht hatte und die nicht mehr wurden als Anhäufungen vonEinzelgeschichten aus dem Leben derselben Person 0 ), nur daß hierentsprechend dem Rahmen des Ganzen der Ton mehr auf den Wunderngelegen hätte, wurde schließlich eine Art Verteidigungsschrift der Köl-nischen Kirchenpartei, die ihrer Auffassung Ausdruck verleihen wollte,
x ) So nenne ich sie kurz. Caesarius sagt in seinem Schriftenver-zeichnis (oben Bd. 1,5 Nr. 19): 'Item scripsi actus, passionem et mira-cula domini Engilberti Coloniensis archiepiscopi'. Aehnlich spricht erin dem Brief an Erzbischof Heinrich von Molenark (unten S. 234) von'vita, actus, passio et miracula', I, 1 (S. 235) von 'actus, passionem etvirtutes', II, 11 (S. 270) von 'vitam, martirium et miracula', wo er denInhalt dieser drei 'partes' noch näher erläutert.
2 ) Friedrich wird fast stets als Neffe des Erzbischofs bezeichnet.In Wahrheit war er der Sohn seines Vetters, des Grafen Arnold vonAltena.
3 ) Vgl. Wolfgang Kleist, Der Tod des Erzbischofs Engelbert vonKöln (Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde.. .Westfalens 75, 1917,1, S. 182-249, insbesondere 197).
4 ) Siehe Caesarius' Vorwort zu den Libri VIII miraculorum, obenS. 16.
5 ) W. Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im MA. II 6(Berlin 1894), 412.
c ) Vgl. Greven, Die Entstehung der Vita Engelberti des Cäsariusvon Heisterbach (Annalen 102, 1918, S. 28).