Druckschrift 
3 (1937) Die beiden ersten Bücher der Libri VIII miraculorum. Leben, Leiden und Wunder des heiligen Engelbert, Erzbischofs von Köln. Die Schriften über die heilige Elisabeth von Thüringen
Entstehung
Seite
3
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung.

Im Schriftenverzeichnis des Caesarius finden wir unter Nr. 27(Band I dieser Ausgabe, S. 6) folgendes Werk verzeichnet: "Itemscripsi volumen diversarum visionum seu miraculorum libros VIII.Huius prologus sie ineipit: 'Qui infirmus est, olus manducet'." Da esin dem überlieferten Wortlaut des Prologs 'olera' heißt, hat Caesariusin der Epistola im genaueren Anschluß an die Vulgata (Rom. 14,2)wohl aus dem Gedächtnisse zitiert. Die erste Nachricht von dem Vor-handensein dieses neben dem Dialogus miraculorum hochbedeutsamenWerkes gab Marx 1856 im 1. Heft der Mittheilungen aus dem Gebieteder kirchlichen Archäologie und Geschichte der Diözese Trier, S. 86 ff.,da er auf die Fragmente in der Trierer Hs. 1626 gestoßen war. Frei-lich war seine Annahme unrichtig, daß es sich hier um eine nach-trägliche XIII. Distinctio des Dialogus handle. Diese Stücke hat dannAlexander Kaufmann in seiner verdienstlichen Darstellung 'Cae-sarius von Heisterbach, ein Beitrag zur Culturgeschichte des zwölftenund dreizehnten Jahrhunderts', 2. Auflage, Cöln 1862, im Anhang S.163196 nicht durchweg korrekt veröffentlicht. Karl Lamprechthatte Kenntnis auch von den Hss. in Bonn und Soest, auf die er inseinem Vortrage vor der Generalversammlung des Histor. Vereins fürden Niederrhein am 19. Oktober 1881 in Königswinter hinwies (s.Annalen 38, 1882, S. 173 f.). Genaue Abschriften der drei Hss. hatteLamprechts Schüler Franz W o 1 f f veranstaltet und eine Ausgabeziemlich weit gefördert, wie sein heute im Kölner Stadtarchiv auf-bewahrtes Material beweist. Aber der Tod des jungen Gelehrten hin-derte ihn, seinen Plan auszuführen. Vielleicht hätte er den Fehlerseines Nachfolgers vermieden, der sich über die Kompilation derBonner Hs. ein falsches Urteil gebildet hat. Dies ist die Veröffent-lichung von Aloys Meister: Die Fragmente der Libri VIII Mira-culorum des Caesarius von Heisterbach, Rom 1901 (= RömischeQuartalschrift für christliche Alterthumskunde und für Kirchenge-schichte, 13. Supplementheft). So verdienstlich es auch war, daßMeister, der übrigens Fr. Wolffs Papiere benutzt hat, endlich dieihm bekannten Texte der Oeffentlichkeit zugänglich machte, so hat erdoch in gewissem Umfang die Caesariusforschung für längere Zeitauf Abwege gebracht, indem bis auf die jüngste Zeit herab gar man-che Erzählungen aus der Bonner Hs. als von Caesarius herrührendangeführt wurden, die doch nur dem Kompilator dieses Codex zurLast fallen, aber mit Caesarius selbst nichts zu tun haben. Meistersfalsche Beurteilung der Bonner Hs. haben in ihren ausführlichen Be-sprechungen weder A. Poncel et, Analecta Bollandiana XXI (1902),