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1. Mai 1236 und der am 5. Juni 1237 erfolgte Tod des Oheims derhl. Elisabeth, des Bischofs Edcbert von Bamberg, von dem Caesariussagt, daß er noch lebe und sein Bistum verwalte, während er von demVater der Heiligen, dem am 21. September 1235 verstorbenen KönigAndreas II. von Ungarn, sagt, daß er unlängst ('nuper') verstorbensei. Die Nachricht von dem Tode Eckberts war also noch nicht zuCaesarius gelangt, als er hier über ihn berichtete. Wahrscheinlichist aber die Vita nicht allzu lange nach dem erteilten Auftrage undnoch vor der Wiederkehr des Festes der Translatio, etwa um dieWende der Jahre 1236 und 1237 vollendet worden. Ein genauererZeitpunkt ist aus dem Inhalt nicht festzustellen. In dem zeitlich geord-neten Verzeichnis seiner Werke, das Caesarius in einem allerdings un-datierten Briefe dem Prior Peter von Marienstatt übersandte, führter die Schriften über die hl. Elisabeth an vorletzter Stelle an 1 ). Daßhier das Leben und die Wunder des hl. Engelbert erheblich frühereingereiht werden, führt deshalb nicht weiter, weil die das Jahr 1237nennenden letzten Wunder offensichtlich spätere Zusätze des Ver-fassers sind 2 ).
Die unten nach der Vita gedruckte Predigt von der Translatioder hl. Elisabeth ist nach der Vollendung des Lebens geschriebenworden, das am Anfang der Predigt als 'liber vitae' erwähnt wird. Sieist dazu bestimmt, am Feste der Translatio gehalten oder gelesen zuwerden. Caesarius erwähnt darin, daß dieses Fest abweichend vondem Datum der Translatio selbst am Tage nach dem Feste Philippusund Jacobus, also am 2. Mai gefeiert werde. Das konnte zum erstenMale am 2. Mai 1237 geschehen. Berücksichtigt man die Ereignisse,die in der Predigt erwähnt werden, so ist ein gewisser zeitlicher Ab-stand von dem Leben unverkennbar. Caesarius erwähnt darin neueMitteilungen von Marburger Deutschordensbrüdern über das Wunderdes Oeles, das aus den Gebeinen der Heiligen floß, und macht An-gaben über den fortschreitenden Bau der Elisabethkirche und die Ent-wicklung des Marburger Deutschordenshauses. Die Mitteilungen derDeutschordensbrüder sind wohl erst nach Vollendung des Lebenserfolgt. Der zeitliche Abstand von Leben und Predigt ist aber wohlgering, wie denn auch die Predigt sowohl in der Liste der Werke desCaesarius wie handschriftlich unmittelbar auf das Leben folgt.Der Kreis, für den die Predigt bestimmt war, ergibt sich aus den ge-wählten Anreden: 'fratres karissimi', 'fratres religiosi', 'fratres'. Esist eine Klostergemeinde, die Caesarius hier anredet. Und wenn wirfragen, welche es wohl ist, so kann es wohl nur die HeisterbaoherKlostergemeinde des Predigers selbst sein, der von sich sagt, daß erselbst in Marburg gewesen und den Zusammenstrom der Pilger ge-sehen habe, wie sie die Stadt und ihre Umgebung erfüllten. Sich selbst
a ) Herausgegeben von A. Hilka in Band I dieser Ausgabe S. 7 Nr. 34und 35.
2 ) Vgl. oben S. 229.