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ziensermönch Christian aus dem rheinischen Kloster Heisterbach. Alser nach dem Feste in sein Kloster heimkehrte, erzählte er begeistertvon dem Wunderbaren, das er gesehen, und von den Wundern, die an demGrabe der Heiligen geschehen waren und noch täglich geschahen. Erentledigte sich aber auch noch eines besonderen Auftrages, den ihmUlrich, der Prior des von dem Landgrafen Konrad von Thüringen inder Grabeskirche der Heiligen errichteten Deutschordenskapitels, anCaesarius von Heisterbach mitgegeben hatte. Er überbrachte diesemein Büchlein, in dem das geistliche Leben der neuen Heiligen, ihreconversatio, kurz und schlicht aufgezeichnet war, und zugleich dieBitte, aus diesem durch das Zeugenverhör der Dienerinnen entstan-denen kurzen Bericht über das Tugendleben eine Lebensgeschichte derHeiligen zu gestalten, wie man sie eben für gottesdienstliche undgeistliche Lesungen brauchte. Auch an Lohn für diese Arbeit solltees nicht fehlen. Lockte auch dieser Lohn, so schrak Caesarius anderer-seits zurück, weil ihm seine Fähigkeit ungenügend erschien, so Großesdarzustellen,, insbesondere aber seine Darstellung so mit rhetorischenBlumen zu schmücken, wie weltliche Darstellungskunst sie liebt.Schließlich gab er aber doch dem wiederholten Drängen und demRat des von ihm geliebten Klostermitbruders Christian nach (wennsein Sträuben nicht überhaupt nur ein Ausdruck der von der lite-rarischen Sitte und dem Mönchsideal geforderten Bescheidenheitwar) und begab sich ans Werk. Es ermutigte ihn, daß er vonverschiedenen Seiten erfuhr, daß kein geringerer als Meister Kon-rad von Marburg, der inzwischen auch in die Ewigkeit eingegan-gene Beichtvater der Heiligen, vor seinem Tode vorgeschlagen hatte,dem Caesarius diese Aufgabe zu übertragen. So setzte er seineHoffnung auf die heilige Elisabeth selbst und empfahl sein Werk,das er bescheiden einen Versuch nannte, der göttlichen Gnade. Alsdas Werk vollendet war, tröstete er sich nach dem Vorbild andererüber die Mängel des Stiles damit, daß eine Heilige, die wie Elisa-beth so einfach und demütig in der Welt gelebt habe, wohl mehrFreude habe, wenn ihr schlichtes Heiligenleben unter Wahrung dergeschichtlichen Wahrheit in einfachem Stile geschrieben werde, alswenn es benutzt würde, um in rhetorischen Ranken das Wissen derWelt zu zeigen. Schließlich sei es auch notwendig, das Leben derHeiligen, dessen Gottgefälligkeit die große Zahl der Wunder erwiesenhabe, aufzuzeichnen, um es im Gedächtnis der Mitlebenden lebendigzu erhalten. Aus der ihm übersandten schriftlichen Vorlage übernahmer, worauf unten noch näher einzugehen sein wird, nach seinen eigenenWorten einige Kapitel unverändert, andere kürzte er nicht dem Sinne,aber dem Wortlaut nach, andere erweiterte er mit Denksprüchen.Das fertige Werk übersandte er mit einem Widmungsbrief, ausdem die hier vorausgehende Darstellung geschöpft werden konnte,dem Prior Ulrich und den übrigen Brüdern des Deutschen Hauses inMarburg. Zwei Daten bestimmen die zeitlichen Grenzen, innerhalbderen Caesarius seine Arbeit vollendete, das Fest der Translatio vom