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durch seinen Notar ausstellen läßt; dann leitet er mit 'anno preterito'zu der Teuerung über. Da die 4. Fortsetzung der Kölner Königschronikvon Hungersnot nach dem harten Winter am Ende des Jahres 1224 er-zählt 1 ) und man in Köln seit 1222 nur den Osterstil anwandte 2 ), so habenwir unter 'anno preterito' das Osterjahr 14. April 1224 bis 29. März 1225zu verstehen. Unsere Vitastelle ist also im folgenden Osterjahr30. März 1225 bis 18. April 1226 geschrieben worden, genauer nachDezember 1225 und vor dem 18. April 1226, wenn man Caesarius'Angabe so genau nehmen darf. Ist dies der Fall, dann ist die UrvitaAnfang 1226 begonnen, wohl in einem Zuge fortgesetzt und im Som-mer 1226, also auch wohl vor der Bischofsweihe Heinrichs von Molen-ark beendet worden. Doch verliert diese Erwägung dadurch wesentlichan Beweiskraft, daß die Teuerung nach der Königschronik zweiJahre andauerte.
Faßt man zusammen, so ergibt sich folgendes Bild von der Ent-stehung der Vita. Als Engelbert der Heilige am 7. November 1225starb, arbeitete Caesarius an seinen Sonntagshomilien; in einer gedenkter spätestens im Dezember 1225 Engelberts, als die Schreckenskundenach Heisterbach gelangt war. Er begann 1225 auch die ersten Bücherder Libri miraculorum; in dem Prolog äußert er die Absicht, das 4.und 5. Buch dieser Libri Engelbert zu widmen [oder, falls der Prolognachträglich vorangestellt sein sollte, Passio und Miracula Engelberts,die dann wohl schon vorlagen, als 4. und 5. Buch zu verwenden]. An-fang 1226 hat er sie niedergeschrieben. Der 20. September 1226 bringtdann durch den Auftrag des neuen Erzbischofs gewissermaßen eineWeihe auch der Vita. Sie wird erhoben zu einem selbständigen Werkaus drei statt zwei Büchern, die Urvita wird ausgebaut zur Vita. Wirk-iich abgeschlossen wird sie über ein Jahrzehnt später, da wenigstenszwei der letzten Wunder (Kap. 74 und 75) erst dem Jahre 1237 an-gehören :! ). Man möchte an den Tod Heinrichs von Molenark am26. März 1238 als Anlaß zum endgültigen Abschluß denken, wennder Erzbischof nicht auch in dem noch folgenden letzten Kapitel wieein Lebender erwähnt würde.
III. Handschriften.
Die Vita Engelberti ist in 7 Handschriften überliefert:
1 a) Bibliothek des Herzogs von Arenberg, in N o r d k i r c h e n ,dann in B r ü s s e 1 Nr. 75, heute unbekannten Verbleibs, früher in
') Vgl. Chron. reg. Colon, ed. Waitz, S. 255.
2 ) Vgl. Knipping, Reg. II, S.XV; III, Nr. 418. Siehe auch Lampreeht,Die Zeitrechnung der Chronica regia Cont. IV und V (Annalen 38, 1882,S. 111 ff.). Nach Greven, Annalen 99 (1916), S. 4 Anm. 6 wandte Caesariusals Cistercienser den Annuntiationsstil (25. März) an, was oben keinewesentliche Aenderung ergeben würde.. 3 ) Unten S. 325 f.