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Caesarius von dem Auftrag des neuen Erzbischofs an ihn am Tageseiner Weihe, eine Lebensgeschichte Engelberts zu schreiben, erzählt,von seinem schwerlich ernst gemeinten Widerstreben dagegen und vonseinem durch klösterlichen Gehorsam erzwungenen Nachgeben *), soist diese Stelle wohl ein späterer Zusatz-). Als weitere Aenderung istferner der Einschnitt zwischen dem 1. und 2. Buch der Vita anzusehen;doch der unmittelbar vorhergehende Absatz 'Hec de vita' usw. (untenS. 248 f.), der leicht als Zusatz erscheinen könnte, weist mit den vordem 7. November 1226 geschriebenen Worten 'eo, quod nondum ex-pletus sit annus, ex quo passus est' deutlich in die Entstehungszeit der1 ibri miraculorum, deren zwei erste Bücher 1225 bis 1227 geschriebensind 3 ). Als Zusätze zur ursprünglichen Fassung darf man vielleichtden Bericht vom Tode Walrams III. von Limburg (zwischen dem23. Mai und 2. Juli 1226) und von der Erkrankung Walrams I. vonMonschau und Heinrichs IV. von Berg ansehen 4 ), sodann das ganzeSchlußkapitel 17 des 2. Buches (unten S. 278 ff.). Ist bei jenem dieUnbestimmtheit, mit der der Tod Walrams hier datiert ist, gewiß einZeichen dafür, daß die Stelle nicht im Sommer 1226 geschrieben seinkann, so bei diesem die auffällige Wiederholung der Doxologie amSchluß, da auch das vorhergehende Kapitel 16 mit einer solchenschließt.
Auch beim dritten Buch, den Miracula, dem zweiten Buch der Ur-vita, kann diese höchstens etwas ausgebaut worden sein. iDas dritteBuch setzt sich aus zwei Teilen zusammen, Kapitel 1—49 und 50—74,neben welchen die Kapitel 75 und 76 als letzte Nachzügler zu jedemder beiden Teile charakterisiert werden müssen. Der erste Teil beziehtsich großenteils auf Wunder am Grabmal im Kölner Dom, der zweite(wie scholl vorher die Kapitel 22, 23, 30, 40, 45, 46) auf diean der Mordstelle und in der darüber errichteten Gevelsberger Kapelleund Kirche. Diese Einteilung wird von Anfang an vorhanden gewesensein; denn wir finden am Schluß von Kapitel 41 (unten S. 307 f.) eineArt Zusammenfassung, die mit den Worten 'Ecce! per famulum tuum'
1 ) Buch 2, Kap. 11, Schluß von'Qui etiam' ab, unten S. 270. Vgl. S. 283 Z. 7.
2 ) Vgl. Greven a. a. O. 13. — Prof. Levison hält es allerdings fürwahrscheinlich, daß der Prolog der Libri miraculorum erst nach Vollen-dung des Ganzen geschrieben ist und die Worte 'me ista scribente' (obenS. 16) lediglich besagen: „während ich an diesem Werk schrieb". Dann er-übrigt sich die Annahme einer Urvita und späterer Zusätze, abgesehen vonden arei letzten Kapiteln der Miracula (III, 74—76), und die Angabe vom Auf-trag des Erzbischofs Heinrich kann sehr wohl der Wirklichkeit entsprechen.Wohl aber ist die mit dem Prolog nur in der 2. Handschiriftenklasse sichfindende Bezeichnung des Buches der 'Miracula' als des dritten (S. 282, 3)auch nach dieser Auffassung erst nachträglich erfolgt. Caesarius sprichtvon 'tres partes' (S. 270,13), und die Teile der Vita (eigentliche Vita undPassio) heißen 'distinctio prima' und 'secunda' (S. 248), wurden alsoursprünglich wohl als ein 'Buch' angesehen; vgl oben S. 225 Anm. 1.
;i ) Vgl. oben S. 13 f.
4 ) Unten S. 268: 'Quem post quinque menses' bis 'Deus novit'. Da-zu eb. Anm. 1.