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Die Ehe ist eine Verbindung zwischen zwei Per-sonen ; niiem Manne, und einem Weibe. Das Weib,die sich Einem ganz gegeben hat, kann sich nicht einemzweiten geben, denn ihre eigene Würde hängt ja da-von ab, dafs sie diesem Einen ganz angehöre. DerMann,' der sich nach dem Willen, und den leisestenWünschen Einer zu richten hat, um sie zu beglücken,kann sich nicht nach den Wünschen mehrerer richten,die selbst unter einander nicht vereinigt sind. DiePolygynie sezt bei den Mann era- die Meinung voraus,dafs die-Weiber nicht vernünftige "Wesen sind, wiedie Männer, sondern blolse willenlose, und rechts-lose Werkzeuge für den Mann. Dies ist denn auchwirklich die Lehre der religiösen Gesezgebung, diedie Vielweiberei verstauet, der muhamedanischen.DieseReligion hat, freilich wohl ohne sich der Grün-de deutlich bewufst zu seyn, aus der Bestimmung derweiblichen Natur, sich leidend zu verhalten, einseitiggefolgert. Die Polyandrie ist ganz gegen die Natur,und darum äusserst selten. Wenn sie nicht roheViehheft wäre, und irgend etwas voraussetzen könnte,so müfste sie voraussetzen, dafs es gar keine Ver-nunft und gar keine Würde derselben gäbe.
Die eheliche Verbindu ng ist ihrer Natur nach un-zertrennlich und ewig, und wird nothwendig als ewiggeschlossen. Das Weib kann nicht voraussetzen, dafssie je aufhören werde, ihren Mann über alle seinesGeschlechts zu lieben, ohne ihre weibliche Würde;der Mann nicht, dafs er aufhören werde seine Frauüber alle ihres Geschlechts zu lieben, ohne seinemännliche Grofsmuth aufzugeben, Sie geben sich
einander