hat man nie gehört, dafs die Weiber dies gethan hat-ten; seihst die Prostituirte gesteht lieber, dafs sie ihrSchändliches Gewerbe aus Gewinnsucht, als dafs siees aus Wollust treibe.
§• 4 .
Das Weib kann sich nicht gestehen, dafs sie sichhingebe — und da in dem vernünftigen Wiesen etwasnur insofern ist, inwiefern es sich desselben bewnfstwird — das Weib kann überhaupt sich nicht hinge-ben der Geschlechtslust, um ihren eigenen Trieb zubefriedigen; und da sie sich denn doch zufolge einesTriebes hingeben mufs, kann dieser Trieb kein ande-rer seyn, als der, den Mann zu befriedigen. Sie wirdin dieser Handlung Mittel für den Zweck eines an-dern ; weil sie ihr eigener Zweck nicht seyn konnte,ohne ihren Endzweck, die Würde der .Vernunft, auf-zugeben. Sie behauptet ihre Würde, ohnerachtet sieMittel wird, dadurch, dafs sie sich freiwillig, zufol-ge eines edlen Naturtriebes, des der Liebe, zum Mit-tel macht.
Liebe also ist die Gestalt, unter welcher der Ge-schlechtstrieb im Weibe sich zeigt.Liebe aber ist es,wennman um des andern willen, nicht zufolge eines .Begriffs,sondern zufolge eines Naturtriebes, sich aufopfert. Bio-fser Geschlechtstrieb, sollte nie Liebe.genennt werden;dies ist ein grober Misbrauch, der darauf auszugehenscheint, alles edle in der menschlichen Natur in'Ver- |.gessenheit zu bringen.- Ueberhaupt sollte, meiner Mei-nung nach, ‘nichts Liehe genannt werden, als das soeben beschriebene. Im Manne ist ursprünglich nicht Lie-be,