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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Siebentes Kapitel: Die Komik und Verwandtes.

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liehe Gefühl, in dem doch zugleich Lust und Unlust ist, Lustdurch die Unlust vertieft, weil durch das Leiden in die tiefsteTiefe des Menschen hinabgewiesen. 1 )

Siebentes Kapitel: Die Komik und Verwandtes.

Das Anmutige.

Dem Erhabenen stellte ich schon das Nichterhabene, d. h.,das nicht spezifischerhabene Schöne gegenüber. Und icherwähnte dabei besonders das Anmutige. Bei jenem, sagte ich,liege der Akzent auf der Gröfse der Kraft und der Anspannungderselben, ihrem Reichtum, ihrer Zusammengefafstheit, bei diesemliege er auf dem hemmungslosen Sichausleben. Das Anmutigekann in höchstem Sinne erhaben sein; aber es ist dann nichterhaben in dem spezifischen Sinne, den wir im Auge haben,wenn wir das Anmutige dem Erhabenen entgegenstellen.

Anmutig, so sage ich hier noch besonders, ist dasjenige, wasnicht gewaltsam, übermächtig, überwältigend, sondern mit sanfterMacht auf uns eindringt, vielleicht aber um so tiefer dringt unduns innerlich festhält. Es ist das von Härten, Ecken, Schroff-heiten Freie, nicht Kraft-, aber Kampflose, das mit innerer Selbst-verständlichkeit, im völlig natürlichen Sichauswirken seinesWesens, so ist, wie es ist, und dasjenige leistet, was es leistet;bei dem aus gegebenen Voraussetzungen, den vorhandenen Kräf-ten, in natürlich stetiger Folge, ununterbrochen und unabge-brochen, das fliefst, wozu es die Möglichkeit in sich trägt. Esist dasFreie im Gegensatz zu aller Zwiespältigkeit, allem un-sicheren Hin- und Hergehen, allem Zweifel, zur Dissonanz, zumWiderstreit oder Widerspruch.

So ist die Linie anmutig, bei welcher eine ein für allemalgegebene Kraft oder Wechselwirkung von Kräften, nirgends

5 Eine weitere Ausführung des in diesem Kapitel Vorgebrachten gibt:Der Streit über die Tragödie, Hamburg und Leipzig 1891.