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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

einer in ihm zusammengefaîsten und mithin gesteigerten Kraft-anstrengung, aus einem mächtigeren Impuls, als für diefiervorbringung eben dieses Berges erforderlich wäre, wenn dasHeraustreten desselben bereits vorbereitet wäre. Das Individuummufs aus seinem sonstigen ruhigen Tun durch einen solchenImpuls erst sich herausreifsen, um an der bestimmten Stellediesen alles überragenden Berg hervorzubringen.

Dies ist nicht nur hier, sondern auch sonst die eigentlicheästhetische Bedeutung der starken Kontraste. Dieselbe bestehtauch sonst in diesem Eindruck einer besonderen Kraftleistung.Auch der Kontrast des plötzlichen Fortissimo mit dem voran-gehenden Piano gibt dem Fortissimo eine gesteigerte ästhe-tische Bedeutung, nicht weil dasselbe überrascht, sondern weilin ihm ein besonders mächtiger Impuls liegt, weil das Leben,das in dem Piano leise sich auswirkte, eines besonders kraft-vollen Entschlusses zu bedürfen scheint, um aus der Ruhesich loszureifsen und ohne Vorbereitung an diesem bestimmtenPunkte so gewaltig loszubrechen.

Wie bei jenem Berg, so ist auch hier die Erhabenheit, dieaus dem starken Kontraste sich ergibt, eine laute, die Erhaben-heit einer gewaltigen Lebensäufserung.

Erhabenheit des vermittelten Kontrastes.

Dieser Erhabenheit nun steht diejenige gegenüber, die dervermittelte Kontrast begründet. Verwandeln wir jetzt wiederum,wie früher, jenen hohen Berg in den höchsten Gipfel einerGebirgsmasse, die auch andere hohe Gipfel zeigt. DieErhebung dieses Berges ist vorbereitet. Sie bedarf nicht dermomentan gewaltigen Kraftbetätigung. Aber die niedrigerenHöhen bilden nun, so sahen wir schon ehemals, mit demhöchsten Gipfel in höherem Mafse eine Einheit. Während imvorigen Falle der unvermittelt emporsteigende Berg für die Be-trachtung sich zu isolieren, also die Einheit aus ihm und denumgebenden Hügeln zu zerfallen, das Individuum sich aufzulösendrohte, stellt hier das Ganze ein in sich geschlosseneres Indi-viduum dar. Es ist ein solches schon wegen der gröfseren