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Die Modifikationen des Schönen.
die Aufmerksamkeit dem ganzen Mannigfaltigen zugewendet, sofordert uns nun das Band der Gleichheit, das die Teile deseinförmigen Mannigfaltigen verbindet, auf, vom Einen zumAnderen fortzugehen, nicht so, das wir Eines über dem Anderenverlieren, sondern mit dem Erfolge, dafs wir das Ganze in einesimultane Einheit zusammenschliefsen. Und daraus kann unsein besonderer Eindruck der Erhabenheit entstehen.
Reden wir aber allgemeiner. Mit dem hier Gesagten istzugleich überhaupt der Grundgegensatz zwischen den beidenHauptgattungen des Erhabenen, die wir soeben einander gegen-überstellten, d. h. zwischen dem Erhabenen, das auch sinnlichbetrachtet als ein Grofses, und demjenigen, das bei solcher Be-trachtung zunächst als ein Kleines oder Anspruchsloses sichdarstellt, angedeutet. Die Lautheit oder Intensität, die Raschheit,die Buntheit der in die Augen fallenden Lebensäufserungen, allesdies packt uns, aber es zieht uns zugleich ab von der Inner-lichkeit und dem Reichtum der Innerlichkeit, der in demjenigenf liegt oder liegen kann, was so sich betätigt. Das Leise, dasLangsame, das Einförmige dagegen führt uns wiederum daraufhin; es gestattet die Sammlung und Ruhe, die zum Miterlebenund Geniefsen desselben erforderlich ist.
Diesen Gegensatz dürfen wir wohl als den Gegensatz einesmehr äufserlichen und eines mehr innerlichen Erhabenen oder' auch als den Gegensatz des lauteren und des stilleren Erhabenenbezeichnen. Dabei ist das äufserlich Erhabene nicht im Sinnedes sinnlich Großen zu nehmen. Es ist genauer gesagt dassich veräufserlichende Erhabene. Auch dies letztere wirdwahrhaft erhaben bleiben, in dem Mafse als doch auch in ihmein Inneres und eine Tiefe desselben sich ausspricht.
Die „Grenzenlosigkeit“ des Erhabenen.
Es ist aber noch auf ein Moment hinzuweisen, das vorallem geeignet ist, dem „still Erhabenen“ eine besondere Erhaben-heit zu verleihen. Der Reichtum des Erhabenen kann unendlich,das Erhabene ein grenzenloses sein. Ich sage, es kann sosein; es ist nicht etwa das Erhabene, wie man wohl gesagt hat,