Viertes Kapitel: Arten des Erhabenen.
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bungen, die Erhabenheit des Gewitters und des leisen Sich-regens überall da und dort in der Natur.
Und so gewifs Gröfse liegt in einem raschen, lebhaften Tun,so gewifs kann Gröfse. liegen im Ernste, der Würde, in derruhigen Zurückhaltung, der klaren Sicherheit, die in langsamenund gemessenen Bewegungen sich kundgibt. So imponiert derrasche Wassersturz, das Eilen der Wolken beim Sturm; nichtminder aber das ruhige Fliefsen, das langsame Dahinziehen derWolken. Nicht, weil Raschheit und Langsamkeit an sich in glei-cher Weise wirkten, sondern weil auch in der Langsamkeit eineeigentümliche, nur eben innerlichere Kraft sich kund geben kann.
Und so ist Gröfse einerseits in der reichen Mannigfaltigkeit,oder dem bunten Wechsel des Geschehens, andererseits aber nichtminder in dem überall sich selbst gleichen Einförmigen, demSternenhimmel, dem stillen Meer, der Wüste. Wir gewinnendaraus das Bild — nicht eines Mangels des Lebens, sonderneines endlos reichen und endlos sich wiederholenden hin- undherwebenden Spieles von Kräften, also einer unendlichen, insich gleichartigen Lebendigkeit.
Das still Erhabene.
Diese Erhabenheit des Einförmigen ist öfters besondershervorgehoben worden. Und in der Tat hat die Einförmigkeitfür das Erhabene eine besondere Bedeutung.
Und dies zunächst aus einem doppelten Grunde. Überall,wo wir eine einzelne Lebensbetätigung kraftvoll heraustretensehen, wie beim Blitz, beim Rollen des Donners, da ist Gefahr,dafs dieselbe für uns alles übrige Leben der Natur verschlinge,dafs wir von diesem unsere Aufmerksamkeit ablenken, so dafses für uns nicht mehr besteht. Es scheint dann auch objektivdas ganze übrige Naturleben vor diesem einzigen Vorgang oderTun zu verstummen. Umgekehrt, fehlt die einzelne kraftvollheraustretende Lebensbetätigung, bleibt es also bei der Ein-förmigkeit, so kann die Aufmerksamkeit dem ganzen Mannig-faltigen zugewendet bleiben.
Und damit ist zugleich das zweite Moment gegeben: Bleibt