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Die Modifikationen des Schönen.
sagt, sofern dasjenige, was in mir sich auslebt, wert ist sichauszuleben, d. h. sofern es etwas ist, das zum Menschsein einenpositiven Beitrag liefert, also ein Moment der inneren Gröfse.Der Wert des ungehemmten Sichauslebens ist bedingt durchden Wert eben dessen, was sich auslebt.
Ein solches ungehemmtes Sichausleben nun sehen wir indem nicht erhabenen Schönen; und darum ist es schön. Es istschön um dieses gleichfalls ethisch wertvollen Inhaltes willen.
Endlich aber müssen wir freilich hinzufügen: Es gibt aucheine Vereinigung der Gröfse und des ungehemmten Sichaus-lebens. Eine solche liegt im Gelingen durch eigene Kraft,insbesondere im ungehemmten Sichauswirken einer das gemeineMafs übersteigenden Kraft, oder eines Reichtums und eines insich einstimmigen oder freien Zusammenwirkens von Kräften.Wo wir solches finden, da haben wir ein Gefühl des Erhabenenund des Anmutigen zugleich, oder ein Gefühl, in welchem derGegensatz des Erhabenen und des Anmutigen sich ausgleicht.
Dieses Gefühl könnten wir das Gefühl des neutralen, näm-lich gegen jenen Gegensatz des Erhabenen und des Anmutigen^eutralen Schönen nennen. Es könnte auch Gefühl des idealSchönen heifsen; ideal darum, weil es die beiden möglichenSeiten des Schönen, zur Einheit vereinigt, in sich schliefst.
Ethisch und ästhetisch Erhabenes.
Zu dem, was oben über den ethischen Inhalt des Erhabenengesagt wurde, ist noch ein Zusatz erforderlich. Das Erhabene,von dem wir hier reden, ist das ästhetisch Erhabene. Diesbesitzt jenen ethisch unbedingt wertvollen Inhalt. Dadurchwird doch das ästhetisch Erhabene nicht selbst ethisch wert-voll. Es ist nicht um jenes Inhaltes willen ein ethisch Er-habenes. Wenn Kant das Sittengesetz oder die dasselbe insich tragende Persönlichkeit erhaben nennt, so meint er damitdie wirkliche Persönlichkeit. Diese Erhabenheit eines Wirk-lichen nun ist ethische Erhabenheit, d. h. sie ist Erhabenheitfür die ethische Beurteilung. Davon ist die ästhetischeErhabenheit wohl zu unterscheiden. Ethische Beurteilung geht