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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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507
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Erstes Kapitel: Qualitäten des Lustgefühls. 507

einer Empfindung, in deren Natur es liegt, dafs mit ihr eineigenartiges Gefühl der Inanspruchnahme, mit ihrer Steigerungein entsprechend gesteigertes Gefühl dieser InanspruchnahmeHand in Hand geht.

Allerlei Quantitätsgefühle.

Im übrigen widerlegt sich jene Meinung leicht aus demVergleich des Gefühls der Inanspruchnahme, von dem wir hierreden, mit anderen unmittelbar verwandten Gefühlen. Auch einleises, unerwartet mir ins Ohr geflüstertes Geräusch kann michfühlbar auf stärkste in Anspruch nehmen. Dieses Gefühl nunist nicht dasselbe, wie dasjenige, das ich angesichts deslauten Klanges habe. Aber es hat mit ihm das gemeinsam,gleichfalls ein Gefühl intensiver Inanspruchnahme zu sein. Viel-leicht geben wir dem Gefühl in diesem Falle den besonderenNamenGefühl der Überraschung, vielleicht auch desSchrecks.Dies sind neue Namen, und Namen für neue Gefühle. Aber allediese Gefühle haben das Gemeinsame, Gefühle des mehr oderminder starken Inanspruchgenommenseins zu sein. Da es freudigeund peinliche Überraschung, ebenso freudigen und unlustvollenSchreck gibt, so ist wiederum die Identifikation mit dem Gefühlder Lust oder der Unlust ausgeschlossen.

Ich kann aber den Begriffen der Überraschung und desSchrecks noch weitere verwandte Begriffe hinzufügen. EineMitteilung erscheint mirwichtig, ein Gedankegewichtig, einePflichtschwerwiegend. Es liegt für michGewicht,Betonung,Nachdruck auf einer Sache. Immer ist dann für mich die Mit-teilung, der Gedanke, die Pflicht, die Sache, etwas, das michfühlbar mit gewisser Stärke in Anspruch nimmt. Und immer istdas Gefühl der Lust und Unlust von diesem Gefühle deutlichdadurch unterschieden, dafs dies letztere ebensowohl lust- alsunlustgefärbt sein kann. Alle diese Begriffe bezeichnen Modifi-kationen jener eigenartigen von Lust und Unlust unterschiedenenGefühlsqualität.

Schliefslich weise ich noch auf eine Reihe von Begriffen,die vor allem hierher gehören. Es sind die Begriffe des Er-